Der Gelbbrust-Ara Coco hat seinen Besitzern Katharina Girbardt (Foto) und Marcel Ernyei viele Sorgen bereitet. Der Vogel entwischte durch die Tür ins Freie.
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Der Gelbbrust-Ara Coco hat seinen Besitzern Katharina Girbardt (Foto) und Marcel Ernyei viele Sorgen bereitet. Der Vogel entwischte durch die Tür ins Freie. 

Verfolgungsjagd durch Marl

Papagei fliegt aus dem Haus - so geht die Geschichte aus

  • vonSina Dietz
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70 Stunden lang hält der Vogel seine Besitzer auf Trab. Die ehrenamtlichen Papageienretter von „Freeflight“ kommen den Marlern zur Hilfe.

Die Marlerin Katharina Girbardt und ihr Lebensgefährte Marcel Ernyei holten sich den Papagei "Coco" vor Kurzem ins Haus. Doch auf einmal machte sich Coco auf und davon – und sorgte anschließend für eine 70 Stunden währende, aufregende Suche.

„Coco war gerade eine Woche bei uns, saß im Wohnzimmer auf seinem Freisitz, als ich den Müll rausbringen wollte“, berichtet Marcel Ernyei. Doch als sein neues Herrchen die Tür öffnete, flog der Papagei auf einmal seinem Besitzer nach. Draußen fühlte er sich ebenso wohl wie drinnen und machte keine Anstalten, wieder zurückzukehren. „Erst ist er über das Nachbarhaus, dann über meinem Haus gekreist, bis er schließlich auf einen Baum flog.“ Das Paar versuchte, den Ara zu rufen. Der Vogel reagierte aber nicht. 

Verfolgungsjagd durch Marl

Als Coco auch danach nicht in seine neue Heimat zurückwollte, alarmierte Katharina Girbardt die Feuerwehr. „Die Einsatzkräfte rückten an, zogen letztlich aber wieder unverrichteter Dinge wieder ab, weil auch sie nicht an den Vogel herankamen“, erzählt Katharina Girbardt enttäuscht. Eine Nachbarin lief dann zum nahegelegenen Tierheim am Knappenweg. Die Tierschützen riefen bei Sandra Splittgerber von der Papageienrettung „Freeflight“ aus Gelsenkirchen an, die sich sofort auf den Weg machte.

Doch alle Versuche, Coco wieder einzufangen, liefen ins Leere. Der Papagei flog immer wieder davon. Katharina Girbardt und ihr Lebensgefährte Marcel Ernyei, die ehrenamtlichen Papageienretter, einige Nachbarn und viele weitere Helfer suchten bis tief in die Nacht nach dem Tier. Doch der Ara blieb verschwunden. Erst fast zwei Tage nach seiner Flucht wurde Coco auf einem hohen Baum im Wald in der Nähe des Chemieparks wieder gesichtet. Mit einem Hubsteiger und einer Banane als Lockmittel stieg Sandra Splittgerber in Richtung des Aras. „Doch als ich ihn fassen wollte, hat eine Windböe den Vogel aufgeschreckt. Er ist wieder weggeflogen“, so die Tierretterin.

Happy End in Marl

Nach dem Durchzug einer Regenfront hatte Katharina Girbardt alle Hoffnungen verloren: „Ich dachte, jetzt ist der Vogel tot.“ Doch Coco zeigt sich wetterfest. Der Papagei wurde auf einem Baum im Bereich Bahnhof Hamm wieder gesichtet. „Der Mann einer Freundin ist Baumkletterer. Gemeinsam mit ihm und Sandra starteten wir einen neuen Fangversuch.“ Aber als der Baumkletterer sich vorsichtig näherte, schwang sich der Papagei wieder in die Luft. Erneut verschwindet er – aber nicht auf Nimmerwiedersehen. Der Vogel landete später auf dem Fensterbrett eines Hauses in der Waldsiedlung. „Ich bin auf eine Mülltonne geklettert, bis Coco dann auf meinen Arm kletterte“, erzählte die Besitzerin erleichtert. Das Paar hat ihm nun eine Papageiendame namens Cleo zur Seite gestellt. 

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