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Nach Kritik an Kampagne

Awo hängt umstrittene Plakate in Marl wieder ab

  • Heinz-Peter Mohr
    vonHeinz-Peter Mohr
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Diese Plakat-Kampagne sorgte für Wirbel in der Marler Politik. Während die Arbeiterwohlfahrt (Awo) von einer Sozial-Kampagne spricht, kritisieren CDU, Grüne und FDP/BUM Wahlkampfhilfe für die SPD. Jetzt werden die Plakate wieder abgehängt. 

  • Eine Plakat-Kampagne der Marler Awo sorgt für Kritik.
  • Die kommt von den Bündnisgrünen und der CDU.
  • Die Awo kann die Kritik nicht nachvollziehen.

Update, 24. Februar, 17.03 Uhr:

Nach der Kritik an ihrer Kampagne wird die Awo die umstrittenen Plakate in den kommenden Tagen wieder abhängen. Das kündigt ihr Stadtverbandsvorsitzender Arvid Weber an - "um einem friedlichen Kommunalwahlkampf zu dienen". Die Awo sei aber weiter überzeugt von der Richtigkeit und Wichtigkeit ihrer Kampagne: „Wohlfahrtsverbände haben die Aufgabe, soziale Missstände zu skandalisieren. Dies werden wir auch in Zukunft so tun.“ Die Awo habe viele positive Rückmeldungen zu ihrer Kampagne bekommen.

Update, 23. Februar, 18.35 Uhr:

CDU-Vorsitzender Thomas Terhorst fordert die Awo auf, ihre umstrittenen Plakate in den Stadtbezirken abzuhängen und erst nach der Kommunalwahl wieder aufzuhängen. Nur so könne der Awo-Stadtverband die Vorwürfe der Wahlhilfe für die SPD entkräften.

Update, 23. Februar, 10.36 Uhr: 

Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) sieht sich aufgrund ihrer Plakat-Kampagne immer stärkerer Kritik ausgesetzt. Der langjährige stellvertretende Vorsitzende der Awo Marl, Wolfgang Teichmann, wirft ihr „plumpe Wahlkampfhilfe für die SPD“ vor und erklärte nach 30 Jahren Mitgliedschaft seinen sofortigen Austritt. CDU, Bündnisgrüne, Bürgerunion und FDP wollen die Kampagne in der Ratssitzung am 10. September aufgreifen und stellen kritische Fragen.

Awo-Kampagne in Marl soll Thema im Rat werden 

CDU, BUM/FDP und Bündnisgrüne wollen im Rat nach den wirtschaftlichen Beziehungen von Stadt Marl und Awo fragen. Die Fraktionsvorsitzenden Thomas Terhorst (CDU), Michael Sandkühler und Robert Heinze (FDP) haken auch nach, ob sich Awo-Mitglieder in Rats- und Ausschusssitzungen als befangen erklärt haben oder künftig für befangen erklären sollten. 

Viele SPD-Ratsmitglieder gehören der Awo an, auch Bürgermeister Werner Arndt ist seit 30 Jahren Awo-Mitglied. Er hat die Kritik der anderen Fraktionen zur Kenntnis genommen, sieht keine Veranlassung, tätig zu werden. Die Plakatierung spreche soziale Themen an, die auch ihm persönlich sehr wichtig seien und in der öffentlichen Diskussion mehr Aufmerksamkeit verdienten.

Unsere bisherige Berichterstattung: 

Auf ihren Plakaten fordert die Awo unter anderem die sofortige Erhöhung der Löhne für Menschen, die in der Pflege arbeiten, Toleranz und keinen Platz für Rassismus sowie die Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro. 

Stein des Anstoßes für CDU und Grüne in Marl sind die Personen, die auf den Plakaten abgebildet sind und als Vorstandsmitglieder der Awo Marl den Forderungen Nachdruck verleihen. Neun dieser Personen kandidieren für den Marler Stadtrat oder Kreistag, bestätigte die Awo auf Nachfrage unserer Redaktion. Dazu zählen unter anderem Sylvia Sakowski und Axel Großer, die sich um einen Sitz im Marler Rat bewerben und Kreistagskandidatin Jaqueline Nickholz.

CDU Lenkerbeck spricht von "Geschmäckle"

Die CDU Lenkerbeck spricht angesichts der Kampagne von „Geschmäckle“. Die Marler Bündnisgrünen werfen der Awo verdeckte Wahlkampffinanzierung und Wahlkampfhilfe für die SPD vor. Mehr zur Kommunalwahl 2020 in Marl finden Sie hier.

Marl: Awo-Stadtverband verteidigt die Kampagne

Die Awo-Plakate enthielten keine kommunalpolitischen Aussagen, sondern landes- und bundespolitische Forderungen, wehrt sich Awo-Stadtverbandsvorsitzender Arvid Weber (26, SPD) gegen die Kritik. Einen Monat vor der Kommunalwahl werden die Plakate wieder von der Straße verschwinden, verspricht Weber. Aber jetzt sei es an der Zeit, die Stimme für die Schwachen in der Gesellschaft zu erheben. 

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