Etliche Wohnwagen nehmen den Parkplatz an der Dorstener Straße (B 225) ein und verdrängen die Pendler. 
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Etliche Wohnwagen nehmen den Parkplatz an der Dorstener Straße (B 225) ein und verdrängen die Pendler. 

Bürger beschweren sich

Prostitution auf dem Pendlerparkplatz: Lösung gefunden - das plant die Stadt

  • Martina Möller
    vonMartina Möller
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  • Heinz-Peter Mohr
    Heinz-Peter Mohr
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Wie kann man dauerhafte Prostitution auf dem Pendlerparkplatz an der A 52 verhindern? Nun hat die Stadt wohl eine Lösung gefunden.

  • Der Pendlerparkplatz in Frentrop ist immer wieder Gegenstand von Diskussionen.
  • Nun soll es eine Lösung geben: eine Höhenschranke.
  • Die Stadt verhandelt darüber mit Straßen.NRW.

Update, 14. März: Das lange Ringen scheint ein Ende zu haben. Auf dem A-52-Pendlerparkplatz an der B 225 neben in Frentrop soll eine Höhenschranke als Barriere für Wohnwagen installiert werden. Das teilte Michael Busch vom städtischen Ordnungsamt im Ausschuss ZBH und Grünflächen. 

Für die Wohnwagen der Prostituierten, die auf dem Parkplatz ihre Dienste anbieten, gebe es dann kein Durchkommen mehr. Die Stadt sei über diese Lösung in Verhandlungen mit Straßen.NRW, so Michael Busch.

Das haben wir bislang berichtet: Die Diskussion geht weiter: Ordnungsdezernent Michael Bach prüft in Gesprächen mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW, wie die Nutzung des Pendlerparkplatzes für regelmäßige Prostitution verhindert werden kann. Das tat er bereits, bevor ihm der Rat auf Antrag der CDU-Fraktion den Auftrag dazu gab. Doch ein Ergebnis gibt es bisher nicht. „Wir suchen weiter nach einer Lösung, die allen gerecht wird“, sagt Stephan Lamprecht, Sprecher von Straßen.NRW.

Marl: Pendler trauen sich nicht mehr dort zu parken 

Der Landesbetrieb ist Eigentümer des Platzes, auf dem manchmal bis zu neun Wohnwagen stehen und Berufspendlern die Parkplätze wegnehmen. Mehrere Bürger beschwerten sich darüber bei der Stadtverwaltung und der CDU. Sie trauen sich nicht mehr, dort zu parken. Die Christdemokraten kamen jetzt im Sozial- und Gesundheitsausschuss mit neuen Vorschlägen. Ergebnisoffen wollten sie am runden Tisch über Straßenprostitution diskutieren – mit einer Expertin, die sich für ein Verbot einsetzt, aber auch mit dem Kreisgesundheitsamt und der von der Landesregierung geförderten Beratungsstelle Madonna, die „Sexarbeiterinnen“ mit anderen Erwerbstätigen gleichstellen will.

Kein runder Tisch in Marl 

Weitere Vorschläge aus ihrem Antrag zog Gabriele Düpre, sachkundige Bürgerin der CDU, wieder zurück: Ziel sollte die Umsiedlung der Prostitution in ein „geeignetes Umfeld“ sein. Darin sah Petra Kläsener (SPD), Vorsitzende des Vereins Frauen helfen Frauen, eine „frauenfeindliche“ Ausgrenzung: „Prostitution ist erlaubt. Die Frauen erfüllen die Hygiene-Vorschriften, haben Toiletten und unterliegen der Gesundheitskontrolle.“ Es gebe auch eine regelmäßige Ausstiegsberatung. „Aber Frauen haben ihren eigenen Willen.“ 

Grundsatzdiskussionen über die soziale Lage von Prostituierten lösen das Problem der Pendler nicht – meinte die Mehrheit im Sozialausschuss. Deshalb sah sie keinen Sinn in einem runden Tisch und ließ die CDU mit ihrem Antrag abblitzen.

Im e-Paper unserer Zeitung lesen Sie, was das "letzte Mittel" ist und warum Frauenfeindlichkeit immer wieder ein Thema in der Diskussion ist.

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