Müll an Hauswand
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Ärgernis: Der Müll an der Hauswand.

Wilde Müllkippen

An der Rappaportstraße stinkt der Abfall zum Himmel - das hat schlimme Konsequenzen

  • Patrick Köllner
    vonPatrick Köllner
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Müllsäcke, die selbst bei Tageslicht die Ratten anlocken - Nachbarn eines Mehrfamilienhauses an der Rappaportstraße ärgern sich massiv.

Heide Pajonk ist verärgert. Der Marlerin gehört eine Eigentumswohnung an der Rappaportstraße. Während das Gebäude, in dem sich ihre Wohnung befindet, einen gepflegten Eindruck macht, sieht das Mehrfamilienhaus nebenan weniger einladend aus. Die beschädigte Fensterscheibe in der Wohnung rechts unten stört Heide Pajonk dabei noch am wenigsten.

Leichte Beute für Nagetiere

Vielmehr beklagt sie sich über die vielen Müllsäcke, die seit dem Herbst immer wieder seitlich an der Hauswand abgelegt würden. Dort habe sie auch schon Ratten herumflitzen sehen – sogar bei Tageslicht, sagt Heide Pajonk. Vor Ort machen wir uns selbst ein Bild und entdecken tatsächlich mehrere Säcke voller Restmüll. Die liegen teilweise aufgerissen auf dem Boden. Aus einigen Säcken waren Konserven mit von Schimmel überzogenen Fleischresten auf den Boden gekullert. Wahrlich kein schöner Anblick – und eine denkbar leichte Beute für Nagetiere aller Art. „Dieser Zustand zieht Ratten an, die auch bis zu unserem Haus kommen“, sagt Heide Pajonk und führt auch im Sinne ihrer Nachbarn aus: „Wir Eigentümer befürchten, dass sich der Wert unserer Wohnungen dadurch verringern wird.“

Ordnungsamt eingeschaltet

Eine Nachbarin (Name ist der Redaktion bekannt) von Heide Pajonk hatte ebenfalls genug und ging schließlich den nächsten Schritt. Bereits im November informierte sie das Ordnungsamt der Stadt Marl über die Zustände nebenan. An der Situation geändert habe sich durch den Kontakt mit der Behörde aber nichts, berichtet uns Heide Pajonk.
In einem unserer Redaktion vorliegenden Schreiben vom 1. Dezember 2020 teilt das Marler Ordnungsamt Heide Pajonks Nachbarin dann mit, dass die „Beschwerde dem Kreis Recklinghausen (untere Abfallwirtschaftsbehörde) übermittelt“ wurde. Laut Ressortleiter Christian Eilebracht wandte sich die Kreisbehörde dann direkt an den Eigentümer. „Für Probleme dieser Art ist grundsätzlich der Kreis zuständig“, sagt Eilebracht: „Die Kreisstädte können aber auch selbst aktiv werden und Eigentümer dazu verdonnern, größere Behälter aufzustellen.“ Dabei seien 30 Liter Fassungsvermögen pro Bewohner die Regel.

Wohnungsgesellschaft reagiert

Im Fall des Mülls an der Rappaportstraße, der in der zweiten Januarwoche erneut auf dem Boden verteilt war, nehmen wir Kontakt mit der zuständigen Wohnungsgesellschaft WVB Centuria auf. Nachdem wir telefonisch niemand erreichen, senden wir eine E-Mail. Noch am selben Tag erfolgt die Rückmeldung. Gleich in zwei Antwort-E-Mails teilt man uns unisono mit, dass das Problem bekannt und in Bearbeitung sei. Die Firma schreibt, dass für Restmüll ein 1100-Liter-Behälter bereitstehe. Der sei allerdings grün und nicht wie weit verbreitet schwarz, was zu Missverständnissen führen könne. Deswegen soll der Behälter deutlicher gekennzeichnet werden. Weiter heißt es, dass sich leider „nicht alle Mieter an die allgemein üblichen Regeln des Zusammenlebens in einer Gemeinschaft“ hielten.

Mit Verursachern gesprochen

Gespräche mit den Verursachern seien geführt und die Müllstellplätze bereits mehrmals gereinigt worden. Zuletzt am Tag unserer E-Mail-Anfrage, wie angehängte Fotos belegen. Wegen der Häufigkeit der Verunreinigung will die WVB Centuria zukünftig wöchentliche Kontrollen durchführen. Ob das den Effekt hat, den Heide Pajonk und ihre Nachbarn sich wünschen, wird sich zeigen.

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