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Heinz Skowronek pumpt aus seinem Brunnen frisches Wasser. Es riecht nach Chemikalien.

Toter Fuchs an Halde gefunden

Schadstoffe im Grundwasser beunruhigen Brunnenbesitzer aus Marl - was Gelsenwasser dazu sagt

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Wie stark ist das Grundwasser in Marl-Hamm belastet? Brunnenbesitzer sind in Sorge, weil an der Halde Brinkfortsheide-Erweiterung Schadstoffe gemessen wurden. 

  • Kreisumweltamt will Brunnen prüfen
  • Toter Fuchs an der Halde gefunden
  • Gelsenwasser sieht keine Gefahr für Trinkwasser

Das Kreisumweltamt wird jetzt prüfen, inwieweit Brauchwasser aus Brunnen in der Waldsiedlung belastet ist. Mehrere Brunnenbesitzer meldeten sich bei der Bürgerinitiative Marl-Hamm. Friedhelm Loch aus der Baldurstraße sagt, er kenne acht Menschen in seiner Familie und der unmittelbaren Nachbarschaft, die an Krebs erkrankten. Einige verstarben. „Keiner gibt eine Warnung heraus“, kritisiert Loch. Sein Kräuterbeet, seine Erdbeeren und Kohlrabi gießt er schon lange nicht mehr mit Brunnenwasser.

Auch Heinz Skowronek (72), Anwohner der Waldsiedlung, stellt fest, dass die Qualität seines Brunnenwassers immer schlechter wurde: „Es stinkt nach Chemie.“ 

Schadstoff-Konzentrationen an Halde in Marl

Auf die hohen Schadstoffwerte war die Bürgerinitiative Marl-Hamm aufmerksam geworden. Sie hatte Akten der Bezirksregierung ausgewertet. Danach war im September 2018 die „Geringfügigkeitsschwelle“ (Konzentration, bei der keine schädlichen Wirkungen auftreten können) für drei Schadstoffe deutlich überschritten: für das gesundheitsgefährdende Schwermetall Cadmium und die als krebserregend geltenden Kohlenwasserstoffe Benzol und PAK.

Gutachter hatten im Auftrag des Bergbaukonzerns RAG das Grundwasser an 21 Messpunkten an der Halde Brinkfortsheide-Erweiterung und in der Waldsiedlung untersucht. An einer Stelle, 150 Meter von den Wohnbauten an der Römerstraße entfernt, wurden PAK-Werte von 507,5 µg/l (Mikrogramm pro Liter) gemessen – mehr als das 2500-fache (!) des Schwellenwertes. Die Ursachen müssten geklärt werden, meint ein von unserer Redaktion befragter Experte des Umweltbundesamtes.

Bürgerinitiative Marl-Hamm fordert öffentliche Warnung

Die Initiative fordert nun eine öffentliche Warnung der Behörden für Sickingmühle und Hamm. Sie fand an der Halde einen toten Fuchs, der sich zurzeit im Chemischen Untersuchungsamt Münster befindet und untersucht werden soll. 

Wie berichtet, hatte die Bürgerinitiative Strafanzeige gegen unbekannte Mitarbeiter der RAG wegen Gewässerverunreinigung gestellt. Die Staatsanwaltschaft Essen ermittelt.

Trinkwasser kommt aus der Haard

Gefahren für das Trinkwasser in Hamm schließt Wasserversorger Gelsenwasser aus. „Die Halde liegt westlich des Einzugsgebiets unserer Wassergewinnung Haard“, sagt Sprecherin Heidrun Becker: „Gegebenenfalls belastetes Grundwasser geht an unseren Brunnen vorbei.“

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