Wissenschaftler unterstützen ihn

Schüler aus Marl zeigt auf seiner Homepage: Was jeder tun kann, um den Klimawandel zu stoppen

  • Patrick Köllner
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Für den Marler Schüler Nico Schuwald (17) steht fest, dass der Klimawandel menschengemacht ist. Auf seiner Internetseite zeigt er, wie man ihn aufhalten kann. Wissenschaftler unterstützen ihn dabei.

Während viele Jugendliche in seinem Alter noch nicht genau wissen, was sie beruflich mal machen wollen, hat Nico Schuwald seinen Weg offenbar schon gefunden. „Ich würde gerne im Bereich Wissenschaft und Klimaschutz arbeiten“, sagt der junge Schüler aus Marl. Derzeit besucht er die 11. Klasse der Willy-Brandt-Gesamtschule.

Das Thema Klimawandel interessiert ihn zwar schon länger, es wurde in den letzten Wochen aber beinahe zur Vollbeschäftigung. Nico Schuwald entwarf dazu eine Internetseite, in die er viel Freizeit investierte. „Das waren etwa 30 Stunden Arbeit, dazu kam eine Nacht, die ich dafür durchgemacht habe“, sagt der Schüler.

Klimaforscher antworten dem Schüler aus Marl

Auf seiner Seite veröffentlichte Nico Schuwald unter anderem Artikel zum Klimawandel. Außerdem sind Interviews zu sehen, die er mit ausgewiesenen Experten führte. Dazu gehören der Marler Meeresbiologe Prof. Dr. Frithjof Küpper und der Klimaforscher Prof. Dr. Wilhelm Kuttler von der Universität Duisburg-Essen. Ein drittes Interview mit Verantwortlichen des Chemieparks Marl soll bald folgen.

Wie kam der Kontakt mit diesen renommierten Wissenschaftlern zustande? „Ich habe im Internet nach möglichen Gesprächspartnern gesucht und wurde fündig“, sagt Nico Schuwald. Seine Idee, den vermutlich sehr beschäftigten Herren einfach eine Anfrage per E-Mail zu schicken, wurde prompt belohnt. Zusätzlich recherchierte der 17-Jährige, was der Klimawandel genau ist und woher man weiß, dass er menschengemacht ist. Nico Schuwald holte sich Meinungen von Schülern aus NRW ein und wollte wissen, wie jeder helfen kann. Das beginnt bei Kleinigkeiten.

An seiner Schule in Marl ist Klimawandel ein Gesprächsthema

„Ich achte darauf, nicht unnötig Licht brennen zu lassen und fahre meinen PC runter, wenn ich ihn nicht mehr brauche“, erklärt Nico Schuwald. Darüber hinaus löscht er seinen Durst zur Entlastung der Umwelt schon länger mit Leitungswasser. Unter seinen Mitschülern sei der Klimawandel durchaus ein Gesprächsthema. Auch deshalb, weil zukünftige Generation voraussichtlich mehr darunter zu leiden haben. Dazu merkt Nico Schuwald an, dass Wissenschaftler wie beispielsweise von der US-Raumfahrtbehörde NASA schon vor Jahrzehnten auf das Problem hingewiesen hätten. Gar kein Verständnis hat der junge Mann für Politiker und Staatschefs, die den Klimawandel leugnen. Gleichzeitig stellt er klar, dass er sich sachlich mit dem Thema auseinandersetzen und nicht als Klima- oder Umweltaktivist abgestempelt werden möchte.

Angesprochen auf die schwedische Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg sagt er, dass es wichtig sei, Aufmerksamkeit für Probleme zu erreichen. Dabei sei schlechte Aufmerksamkeit zwar besser als keine, man sollte es aber nicht übertreiben oder ständig den Zeigefinger erheben. Seine Zukunft könnte sich der Gesamtschüler gut an der Universität im englischen Cambridge vorstellen. „In die Stadt habe ich mich auf einer Schulfahrt sofort verliebt“, gerät Nico Schuwald ins Schwärmen. Ob es mit einem Stipendium für Cambridge klappt, bleibt abzuwarten. Sein Webseiten-Projekt könnte seiner Meinung nach jedenfalls helfen.

Rubriklistenbild: © Patrick Köllner

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