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Tagesmutter - ein verantwortungsvoller Job.

Sogar höhere Stundensätze

Tagesmütter-Protest in Marl hat Erfolg - Politiker nehmen alle Kürzungen zurück

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Nach Protestbriefen und einer Demonstration im Rathaus haben Marler  Tagesmütter ihr Ziel erreicht: Die Politiker zeigen Reue und nehmen die umstrittenen Kürzungen von zehn Urlaubstagen und der Vergütung bei Krankheit zurück.

Das beschlossen die Fraktionen im Ausschuss für Kinder- und Jugendhilfe ohne Gegenstimme. Wie unsere Zeitung berichtete und kritisch kommentierte, hat der Rat den Tagesmüttern ohne Diskussion ein Drittel ihres bezahlten Urlaubs gestrichen. Sie sollten sich nur noch vier statt sechs Wochen erholen können. Dagegen und gegen weitere Verschlechterungen demonstrierten 20 Tagesmütter gestern im Rathaus: „Wo bleibt die Wertschätzung?“, stand auf ihren Transparenten. Und: „Fehlende Erholungszeiten machen krank.“ Sandra Gahlen, Tagesmutter in der Großtagespflege Haardzwerge fragte die Politiker direkt: „Sieht so ihre Anerkennung für eine verantwortungsvolle, anstrengende Arbeit aus?“ 

Alle Fraktionen machten deutlich, dass sie die von ihnen beschlossene Satzung nicht richtig gelesen und einen Fehler begangen hatten. Sie machten deutlich, dass sie die Leistungen der Tagesmütter anerkennen. „Wir schätzen ihre Arbeit sehr als einen nicht wegzudenkenden Teil der Kita-Betreuung“, betonte auch Sozialdezernentin Claudia Schwidrik-Grebe für die Stadtverwaltung. 

Nur die FDP enthielt sich

Die Fraktionen von SPD und CDU hatten schon vor der Sitzung einen gemeinsamen Beschluss vorbereitet. Danach soll die Stadtverwaltung die heftig kritisierte Tagespflegesatzung wieder ändern, damit der Rat die Neufassung am Jahresende beschließen kann. Dem stimmten alle Fraktionen zu – bis auf die FDP. Sie enthielt sich. 

Für die Tagesmütter soll nun alles besser werden: Sie sollen wieder sechs statt vier Wochen bezahlten Urlaub haben. Wenn sie krank werden, soll ihre Vergütung wieder sechs Wochen lang weitergezahlt werden (statt vier Wochen). Und erst wenn Kinder länger als sechs Wochen krank sind, soll ihr Stundenlohn gekürzt werden. Nach zehn Jahren höhere Stundensätze Künftig sollen die freiberuflichen Tagesmütter als Expertinnen angehört werden, wenn über Änderungen ihrer Arbeitsbedingungen diskutiert wird. Nach mehr als zehn Jahren erhalten sie jetzt auch höhere Stundensätze. Insgesamt wendet die Stadt Marl dafür mehr als 30.000 Euro zusätzlich pro Jahr auf. 

Interessenvertretung als neue Lobby

Der Protest der Tagesmütter hat übrigens einen weiteren positiven Nebeneffekt: Sie sind nun miteinander vernetzt und haben eine eigene Lobby: die Interessenvertretung der Tagespflegepersonen in Marl.

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