Trauerkerzen, Kuscheltiere und Erinnerungsfotos machen die Bestürzung über den Tod einer 27-jährigen Mutter deutlich.
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Welche Bestürzung der Tod der 27-jährigen Frau in Brassert hervorgerufen hat, machen Trauerkerzen, Kuscheltiere und Erinnerungsfotos deutlich.

Gerichtsverhandlung

Nach dem gewaltsamen Tod einer jungen Mutter (27): Tatverdächtiger in der Psychiatrie

  • Thomas Fiekens
    vonThomas Fiekens
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Er habe Stimmen gehört: Nach dem gewaltsamen Tod einer Mutter (27) in Marl wird ein beschuldigter Nachbar aus der U-Haft ins Krankenhaus verlegt.

Manche Verbrechen beindrucken die Strafverteidiger auch nach jahrzehntelanger Berufserfahrung noch immer. Der Marler Rechtsanwalt Hans Reinhardt ist aktuell mit einem solchen Fall konfrontiert. Er vertritt einen 20-jährigen Marler, der beschuldigt wird, in der Nacht vom 9. auf den 10. November eine 27-jährige Nachbarin an der Rheinstahlstraße in Marl mit 43 Messerstichen getötet zu haben.

Die Frau hinterlässt einen vierjährigen Jungen, der in dieser Nacht selbst lebensgefährlich verletzt worden ist. Auch wenn es ihm körperlich wieder besser geht, sagt Reinhardt: „Er verdient unser aller tiefstes Mitgefühl, steht ohne Mutter da. Der Gedanke an das, was dieses Kind erleidet, macht sprachlos.“

Nach Zeugenhinweisen ist der Nachbar noch in der Tatnacht in Marl festgenommen worden. Schon beim ersten Kontakt mit seinem Mandanten während der Vorführung vor dem Haftrichter war für Reinhard klar, dass der 20-Jährige wegen seines Geisteszustandes untersucht werden muss. Der Forderung seines Verteidigers ist man offenkundig gefolgt.

Reinhardt bestätigte auf Anfrage, dass der frühere Förderschüler auf der Basis eines Vorgutachtens aus der Untersuchungshaft in ein psychiatrisches Krankenhaus verlegt worden ist. „Es sind hirnorganische Schäden festgestellt worden, eine Schizophrenie und andere Erkrankungen. Zurzeit geht man davon aus, dass eine Schuldunfähigkeit nicht ausgeschlossen werden kann. Ich fürchte auch, dass andere Menschen womöglich viel Glück gehabt haben.“

Marl: Angeklagter will Stimmen gehört haben

In Vernehmungen nach dem Tod der 27-Jährigen soll der Nachbar angegeben haben, dass er Stimmen höre und von Personen in seiner Vorstellung Befehle bekommen habe, schlimme Dinge zu tun.

Der 20-Jährige war nach der Schule im Garten- und Landschaftsbau beschäftigt und hat mit seinen Eltern im Nachbarhaus direkt neben dem Opfer gelebt. Nach Informationen dieser Zeitung ist die Spurenlage eindeutig, es sollen sowohl eine mögliche Tatwaffe mit Blutanhaftungen und DNA-Spuren des Tatverdächtigen gesichert worden sein.

Zwischenzeitlich haben die Ermittler eine mögliche Tatbeteiligung eines wegen verschiedener Delikte polizeibekannten Jugendlichen aus der Siedlung überprüft – mit ihm war der 20-Jährige häufig abends und nachts unterwegs. Dieser Ansatz hat aber offenbar zu keinen Ergebnissen geführt.

Auch in Herten kam es zuletzt zu einem brutalen Verbrechen.

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