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Es grünt und blüht, aber es geschieht nichts am Gebäude der ehemaligen Hauptschule Marschall 66.

Umzug in alte Hauptschule

Teures Bauprojekt: Marschall 66 sorgt für lange Diskussion im Rat

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Das Projekt "Marschall 66" wird wesentlich teurer als geplant. Die Entscheidung darüber ist gefallen

  • Skulpturenmuseum und insel-VHS sollen umziehen
  • Stadtrat stimmt Maßnahme zu
  • Das Projekt wird deutlich teurer als geplant

Update, 16. Mai, 5.45 Uhr: Die berechneten Baukosten von rund 14,9 Millionen Euro sorgten vor der Ratsentscheidung am Donnerstag für intensive Diskussionen. Zum einen gibt es Bedenken, weil derzeit nicht absehbar sei, welche finanziellen Folgen die Corona-Krise für die Stadt haben wird. Zum anderen reißt die Rückzahlung von rund 25 Millionen Euro Gewerbesteuer an Evonik ein Loch in den Haushalt.

Marl: Bedenken im Rat

Unter all diesen Vorzeichen mochten sich aber BUM/FDP, Bürgerliste WIR und UBP mit dem Projekt Marschall 66 am Donnerstag nicht anfreunden. Für Fritz Dechert (WIR) ist Marschall 66 „ein totes Pferd und reine Träumerei“, für Borsu Alinaghi (UBP) eine „Wünsch-dir-was-Liste“, die sich die Stadt nicht leisten kann.

Marls teuerste Ratssitzung?

Robert Heinze (BUM/FDP) sprach von der „teuersten Ratssitzung aller Zeiten“. Für Johannes Westermann (Grüne Wählergemeinschaft) ist das Kulturzentrum für Marl „alternativlos“. Die CDU mahnte eine Verschiebung der Ratsentscheidung an. Am Ende stimmten die Christdemokraten zusammen mit SPD, Die Linke und Grüner Wählergemeinschaft für Marschall 66.

Update, 14. Mai, 17.55 Uhr: In der ersten Ratssitzung nach der Corona-Pause ist die Entscheidung über Marschall 66 am Donnerstag gefallen. Bei vier Gegenstimmen wurde der Umbau beschlossen. Zuvor gab es eine lange Diskussion über eine mögliche Verschiebung der Maßnahme.

Unsere bisherige Berichterstattung:

Heute soll der Stadtrat endgültig den Beschluss fassen, dass die Hauptschule an der Kampstraße zu Marschall 66 umgebaut wird. An diesem Ort werden das Skulpturenmuseum, ein Museumscafé, die Stadtbibliothek und Angebote von Musikschule und insel-VHS vereint. Die Stadtverwaltung empfiehlt der Politik, dem Beschlussvorschlag zuzustimmen, auch wenn der Umbau nach Planungsstand rund 3,5 Millionen Euro teurer wird als veranschlagt.

Ein Drittel der Gesamtkosten – knapp 5,14 Millionen Euro – muss die Stadt tragen. Bereits 2019 beschloss der Rat, das Projekt Marschall 66 umzusetzen – vorbehaltlich der finanziellen Unterstützung von Bund und Land. Inzwischen gibt es den Förderbescheid über 5,4 Millionen Euro aus dem Programm „Nationaler Städtebau“ des Bundes.

Marl: Kosten werden aufgeteilt

Die Sanierungs- und Umbaukosten von 14,94 Millionen Euro teilen sich nach Angaben der Planer in 8,63 Millionen Euro für das Museum und 6,31 Millionen Euro für die übrigen Bereiche auf. Abzüglich der Bundes- und Landesmittel muss die Stadt Marl demnach 3,23 Millionen Euro für das Museum und 1,91 Millionen Euro für Bibliothek, VHS, Musikschule und Museumscafé aufbringen. Das sind 3,29 Millionen Euro mehr, als im Haushalt 2020 veranschlagt wurden.

Marl: Einsparmöglichkeiten wurden geprüft

Alle realistischen Einsparmöglichkeiten seien geprüft worden. Dass die Baukosten für „Marschall 66“ gegenüber früheren Angaben um rund ein Drittel in die Höhe geschossen sind, erklärt die Bauverwaltung unter anderem mit dem Planungsstand für das Projekt. Mittlerweile sei die Planung so weit fortgeschritten, dass „relative Kostensicherheit“ möglich sei, so die Verwaltungsvorlage zur Ratssitzung.

Weitere Infos rund um Marl finden Sie hier.

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