+
Im Chemiepark Marl kam es zu einem tödlichen Unfall.

63 Brandalarme in zehn Tagen

Tödlicher Arbeitsunfall bei Alba in Marl - was die Polizei ermittelt hat

  • schließen

Die Sortierbänder laufen nach dem tödlichem Unfall bei Alba in Marl weiter. Die Polizei hat ihre Ermittlungen noch nicht abgeschlossen. Probleme bereiten dem Unternehmen auch 63 Brandalarme in den letzten zehn Tagen.

Update: Montag, 13. Januar, 18.03 Uhr

Alles deutet nach bisherigen Ermittlungen auf einen Unfall hin: Ein 63-jähriger Arbeiter einer Fremdfirma aus Stößen bei Leipzig war am Samstag in der Sortieranlage für Leichtverpackungsmüll auf eines der Förderbänder geraten und tödlich verunglückt. Wie es genau dazu gekommen ist, prüfen Staatsanwaltschaft und Kripo noch, sagt Polizeisprecher Andreas Wilming-Weber.

Auch das Dezernat für Arbeitsschutz der Bezirksregierung war am Ort. Bei tödlichen Unfällen werde es automatisch informiert, so Sprecherin Ulla Lütkehermölle. 

Sortieranlage in Marl wieder freigegeben.

Mit einem Kollegen der Fremdfirma und einem Alba-Mitarbeiter hatte der 63-Jährige die Anlage gewartet. Bei dem Unfall wurde der Alba-Mitarbeiter leicht verletzt und später im Krankenhaus behandelt. Der Kollege des Verstorbenen erlitt einen Schock. Bereits am Samstagabend wurde die Sortieranlage für Verpackungsmüll wieder freigegeben.

„Unabhängig von der Trauer um den verstorbenen Monteur und das Mitgefühl für die Angehörigen muss die Beseitigung der Abfälle weitergehen“, sagt Alba-Sprecher Henning Krumrey. Erst am 3. Januar des Jahres hatte Alba die 75 Millionen Euro teure Recycling-Anlage wieder in Betrieb genommen. Sie war bei dem verheerenden Großbrand im April 2019 zerstört worden. Den Schaden habe die Versicherung zu einem großen Teil bezahlt, so der Alba-Sprecher. Das Unternehmen investierte rund zehn Millionen Euro in neue Technik, die Gestank verhindern soll und in zusätzlichen Brandschutz.

Brandmelder in Marl schlagen immer wieder Alarm

Seither schlagen die empfindlichen Brandmelder immer wieder A larm: In den letzten zehn Tagen wurde die Werkfeuerwehr zu 63 Einsätzen gerufen, sagt Chemiepark-Sprecherin Alexandra Boy auf Nachfrage unserer Redaktion. Tatsächlich sei es zu sechs kleineren Bränden gekommen, die meist von Alba-Mitarbeitern direkt gelöscht wurden. Einmal griff auch die Werkfeuerwehr ein. Brandursache sei jedes Mal ein Handy-Akku gewesen, der fälschlich in den gelben Sack geworfen wurde. 

Als Ursache des Großbrands im April wird ebenfalls vermutet, dass sich ein Akku entzündet hat. Der tödliche Unfall steht mit alldem nicht in Zusammenhang.

Sensoren werden neu eingestellt 

Mit den vielen Alarmeinsätzen konfrontierten wir das Unternehmen gestern: Aus Sicht von Alba-Sprecher Henning Krumrey funktionieren die Brandmelder-Sensoren „zuverlässig, im Moment sogar fast zu genau“. Jeder Temperaturanstieg werde registriert, selbst wenn vergärende Lebensmittelreste Wärme entwickeln. Sofort werden die Bänder angehalten, sofort werde die Werkfeuerwehr alarmiert. Krumrey: „Wir versuchen jetzt, die Empfindlichkeit so einzustellen, dass jede gefährliche Erwärmung erfasst wird, aber die Sensoren nicht gleich bei jedem Gulaschwürfel anschlagen.“ 

Aufgrund der Menge des Materials und der geringen Größe der Akkus können sie nicht vorher aussortiert werden, sagt der Alba-Sprecher: „Es ist, als würden Sie die Stecknadel im Heuhaufen suchen.“

Handys und Akkus nicht in den Müll werfen

Ausgediente Handys und Akkus sollten auf keinen Fall in den Müll geworfen werden, sagt Abfallberater Julian Wagner vom Zentralen Betriebshof. Am besten gibt man sie getrennt im Wertstoffhof an der Zechenstraße kostenlos ab. Er ist ab 8.30 Uhr geöffnet – montags und samstags bis 13 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr, sonst bis 17 Uhr. Auch im Elektrohandel könnten Handys kostenfrei abgegeben werden.

Lesen Sie auch:

  • In der Müllsortierfirma Alba werden derzeit die Brandmeldeeinrichtungen auf die Anlage eingestellt. Dabei kommt es vermehrt zu Alarmauslösungen, die von Werkschutz und Werkfeuerwehr begleitet werden.
  • Nach dem Brand im Chemiepark in der Müllsortieranlage der Firma Alba Recycling ging das Unternehmen von einem Schaden in zweistelliger Millionenhöhe aus.
  • Vor der Wiederaufnahme des Betriebs in der Müllsortieranlage Alba nach dem Brand im April, hatte der Chemiepark Ende des Jahres 2019 zu einem Bürgerdialog eingeladen. Unsere Kollegen von Cityinfo waren vor Ort:

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Alle müssen vom Fahrrad runter bis auf Frau Westermann: Schild irritiert - die Lösung überrascht
Alle müssen vom Fahrrad runter bis auf Frau Westermann: Schild irritiert - die Lösung überrascht
Pikantes Detail auf Foto von Bikini-Frauen - Sehen Sie es sofort?
Pikantes Detail auf Foto von Bikini-Frauen - Sehen Sie es sofort?
Epstein-Skandal: Verfügbarkeiten von Frauen und Mädchen in Computerdatenbank - Jüngste war elf
Epstein-Skandal: Verfügbarkeiten von Frauen und Mädchen in Computerdatenbank - Jüngste war elf
Drastische Änderungen und gestrichener Support: WhatsApp verändert sich im Jahr 2020
Drastische Änderungen und gestrichener Support: WhatsApp verändert sich im Jahr 2020
Mareile Höppner: Höschen-Blitzer bei „Promi Shopping Queen“ - Hat das denn sonst keiner gemerkt?
Mareile Höppner: Höschen-Blitzer bei „Promi Shopping Queen“ - Hat das denn sonst keiner gemerkt?

Kommentare