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Die Halde Brinkfortsheide-Erweiterung (links).

Bürgerinitiative fordert Warnung

Gefährden Schadstoffe an der Halde Brinkfortsheide unser Trinkwasser?

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Die Ermittlungen wegen der Gewässerverunreinigung an der Halde Brinkfortsheide gehen weiter. Wir fragten beim Umweltbundesamt nach dem Stand der Dinge.

Die Staatsanwaltschaft Essen ermittelt immer noch wegen Gewässerverunreinigung im Zusammenhang mit der Halde Brinkfortsheide-Erweiterung. Die Bürgerinitiative Marl-Hamm hatte Strafanzeige gegen unbekannte Mitarbeiter der RAG gestellt (wir berichteten). Zuvor wertete die Initiative Akten aus, die sie bei der Bezirksregierung Arnsberg einsehen konnte. Darin ging es um Analysen zu Altlasten der Kokerei von Auguste Victoria 1/2.

Auf dem Gelände dieser Kokerei wurde die Halde Brinkfortsheide ab 2004 bis 2015 erweitert. Gutachter stellten bereits 2002 im Grundwasser eine deutliche Überschreitung des Schwellenwertes für die als krebserregend geltenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) fest. An einer Messstelle waren die Werte um das Zehnfache überschritten.

Ausreißer-Messwert in Marl?

Andreas Nörthen, Experte für Bergaufsicht bei der Bezirksregierung Arnsberg, sprach in unserem letzten Bericht von einem „Ausreißer-Messwert“. Doch auch im September 2018 waren sogenannte „Geringfügigkeitsschwellenwerte“ an zwei von 21 Messstellen deutlich überschritten. Das zeigen Messergebnisse im Auftrag des Bergbaukonzerns RAG, die unserer Redaktion vorliegen. 

Die Bergaufsicht gibt dazu im Moment keine Stellungnahme mehr ab, weil strafrechtliche Ermittlungen laufen. Die Bürgerinitiative Marl-Hamm wirft der Bergaufsicht vor, dass sie die Messwerte verharmlost. Die Behörden müssten sofort ganz Hamm und Sickingmühle öffentlich warnen.

Marl: Experte äußert sich vorsichtig

Unsere Redaktion bat das Bundesumweltamt um eine Einschätzung. Dessen Experte für Wasser- und Bodenschutz, Dr. Jörg Rechenberg, äußert sich vorsichtig: Allein aus der Tatsache, dass Schwellenwerte überschritten sind, könne er keine Gefahren beurteilen. Da der Schwellenwert aber erheblich überschritten ist, müssten die Ursachen geklärt werden.

Der Halden-Standort wird intensiv überwacht. Die Bergaufsicht will zwölf neue Grundwassermessstellen errichten. Einzelne Messstellen gibt es auch in den Wohngebieten. Hier waren die gemessenen Werte nicht alarmierend.

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