Diese Kanzel wird wohl als Totalschaden nicht mehr zu nutzen sein. Die Jäger haben nicht das geringste Verständnis dafür.
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Diese Kanzel wird wohl als Totalschaden nicht mehr zu nutzen sein. Die Jäger haben nicht das geringste Verständnis dafür.

Jäger im Kampf gegen Schweinepest

Unbekannte sabotieren Wildschweinjagd in Marl - Kanzel ist nur noch Schrott

  • Thomas Fiekens
    vonThomas Fiekens
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Die Drückjagd auf Wildschweine ist gerade jetzt notwendig, um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern. Doch die Jäger haben mit gezielten Attacken zu kämpfen.

Dass die Drückjagd auf Rehe oder Wildschweine in Zeiten von Corona in NRW nicht nur weiter erlaubt, sondern sogar als „systemrelevant“ klassifiziert ist, spricht für sich. Die Regulierung massiv ansteigender Wildschweinbestände hat angesichts der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest enorme Bedeutung - auch in Marl. Bei der Bejagung von Reh- und Damwildbeständen steht der Schutz von Neuanpflanzungen in den von Hitze und Schädlingen gestressten Wäldern im Vordergrund. Unbekannte Täter haben jetzt versucht, eine solche Drückjagd in der Haard zu sabotieren.

„Wir haben einen hohen Aufwand betrieben, um möglichst viele Jäger für eine revierübergreifende Jagd zusammenzubekommen“, berichtet Holger Scheer, Leiter des Hegerings Marl: „Und dann sind vorher acht Drückjagdböcke umgeworfen und demoliert worden, eine Ansitzkanzel ist wohl endgültig Schrott. Keine Ahnung, was in den Leuten vor sich geht.“

Jagdeinrichtungen in Marl demoliert

Diese Ansitzböcke haben eine wichtige Funktion bei der Drückjagd, sie dienen der Sicherheit aller Beteiligten. Mit Attacken auf Jagdeinrichtungen wird die Jagd selbst nicht verhindert, sie wirken sich aber aufs Resultat aus. „21 Stück Damwild konnten dennoch erlegt werden, das ist eine sehr ordentliche Strecke. Hinzu kamen noch 31 Stücke Rehwild – allerdings nur 29 Wildschweine“, listet Scheer auf.

Dass ausgerechnet vor der jüngsten Drückjagd die Jagdeinrichtungen demoliert wurde, erklärt sich Holger Scheer damit, dass der Termin kurz zuvor durch Presseveröffentlichungen bekannt geworden ist. „Wir haben uns schon extra einen Wochentag ausgesucht, damit nicht so viele Menschen in der Haard unterwegs sind. Und dann haben wir doch wieder Leute getroffen, die ihren Hund nicht an der Leine hatten, obwohl natürlich Schüsse zu hören waren“, sagt Scheer.

Auch in Marl liegt Wohlstandsmüll im Wald

Was er auch beschreibt: Immer wieder stolpern Jäger über Wohlstandsmüll im Wald. „Dass es Menschen gibt, die mitten im Wald ihren Müll liegenlassen, macht mich immer wieder fassungslos“, sagt Scheer.

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