Landwirt Wilhelm Ovelhey (li.) und sein Sohn Christoph zeigen, wie trocken der Acker derzeit ist.
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Landwirt Wilhelm Ovelhey (li.) und sein Sohn Christoph zeigen, wie trocken der Acker derzeit ist.

Wassermangel

Seit Wochen zu wenig Regen: Vertrocknet die Ernte in Marl?

  • Patrick Köllner
    vonPatrick Köllner
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Die Felder in Marl sind staubtrocken. Wir fragten nach, wie Landwirte die Lage einschätzen.

  • Trockenheit macht Landwirten Sorgen
  • Seit Wochen gab es nicht genug Regen
  • Betriebe rechnen mit Ernteeinbußen

Auf der Wiese hinter dem Hof von Hubert Franzen hat es seit Wochen nicht mehr ausreichend geregnet. Das wird auf den ersten Blick deutlich. Beim Gehen über die kleine Pferdekoppel hört man die Trockenheit sogar: Unter den Schuhen knirschen die Stoppeln. „An den Stellen, an denen die Pferde das Gras abgefressen haben, konnte die Sonne voll auf den Boden durchscheinen“, sagt Hubert Franzen.

Der Sonnenschein ist dabei weniger schlimm. Gravierender ist der ausbleibende Regen. Das Wetter sorgt auf dem Hof Franzen zwar für gutes Heu, damit lasse sich aber kein großer Gewinn erzielen. Den Großteil seines Umsatzes erwirtschaftet der Landwirt mit Schweinezucht. „Die Tiere haben derzeit noch keine Probleme mit dem Wetter“, so Franzen. Sollte es aber heißer werden, nehmen die Ferkel weniger Nahrung auf, um ihren Stoffwechsel zu schonen. Die Folge wäre ein geringeres Wachstum.

Marl: Augen auf die Ernte

„Die Ernte wird auf jeden Fall geringer ausfallen als im Jahr zuvor.“ Franzen rechnet bei der Gerste mit 15 bis 20 Prozent weniger Ertrag. Ende Juni wird er es vielleicht schon wissen, dann wird geerntet.

Auch Hubert Franzens Kollege Wilhelm Ovelhey macht sich Gedanken um das aktuelle Klima. Auf einem Möhrenfeld staubt es bei jedem Schritt zwischen den Dämmen. Aus denen ragen bereits kleine grüne Pflänzchen empor. „Das bisschen Grün heißt aber noch nichts“, sagt Wilhelm Ovelhey. Damit meint er, dass die Ernte immer noch gefährdet ist, sollte der Regen ausbleiben, der ab morgen angekündigt ist.

Wind bläst Marler Felder trocken

Ein weiteres Problem ist der anhaltende Wind. Der sorgt zusammen mit der Trockenheit für eine Verdunstungsrate von bis zu acht Millimetern, erklärt Wilhelm Ovelhey. Mit anderen Worten: Der Wind bläst die Oberflächen regelrecht trocken wie ein Fön. Zusätzlich hat es Wasser schwer, in einen solchen Boden einzusickern. Für den Mais sieht der Landwirt noch keine Schwierigkeiten. Wilhelm Ovelhey: „Der kann dieses Klima gut vertragen.“

Auch Marler Kleingärtner klagen seit Wochen über zu wenig Wasser von oben.

In Recklinghausen ist bereits die Erdbeer-Saison gestartet.

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