Schild Landgericht Essen
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Vor dem Landgericht Essen musste sich ein Marler verantworten.

Staatsanwältin hatte Freispruch beantragt

Viereinhalb Jahre Haft nach Spielhallenüberfall in Marl - Angeklagter ist sauer

  • Jörn Hartwich
    vonJörn Hartwich
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Der Angeklagte war sauer und die Staatsanwältin überrascht: Nach einem Raubüberfall in Marl-Hüls ist ein 21-Jähriger am Freitag zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Dabei hatte sogar die Anklägerin Freispruch beantragt.

Dass der Angeklagte die Spielhalle an der Römerstraße in Marl überfallen hat, steht fest. Er war selbst dort angestellt, das Opfer war ein ehemaliger Arbeitskollege. Der Streit um den Freispruch ist nur deshalb entbrannt, weil ein Psychiater nicht ausschließen wollte, dass der Angeklagte möglicherweise schuldunfähig war.

Hintergrund ist ein massiver Drogenkonsum. Zuletzt will sich der Angeklagte vier Tage und Nächte lang mit Amphetamin aufgeputscht haben. „Es ist möglich, dass er nicht mehr in der Lage war, das Unrecht seiner Tat einzusehen“, so die Staatsanwältin am Essener Landgericht. Genau das sahen die Richter jedoch anders.

Spielhallenaufsicht in Marl mit Messer bedroht

Der Angeklagte habe keine Wahnvorstellungen gehabt. Im Gegenteil. Er habe sehr wohl gewusst, dass es falsch war, was er in der Nacht auf den 28. Juli 2020 getan habe. Er habe die Spielhallenaufsicht nicht nur mit einem Messer bedroht und in einen Lagerraum gesperrt, sondern dem Mann auch noch das Handy weggenommen, es aber dann – wie zuvor angekündigt – im Kassenraum deponiert. „Das sind Überlegungen, die man nicht anstellen kann, wenn man wegen fehlender Einsichtsfähigkeit schuldunfähig ist“, so Richter Andreas Labentz.

In Freiheit entlassen wollte die Staatsanwältin den Angeklagten allerdings auch nicht. Sie hatte die Unterbringung in einer geschlossenen Drogentherapie beantragt. Hätte der Angeklagte dort allerdings nicht mitgearbeitet, wäre er möglicherweise schnell wieder entlassen worden. Die Unterbringung in der Therapie-Einrichtung haben die Richter nun zwar auch angeordnet. Mit der Verurteilung im Rücken ist allerdings viel mehr Druck dahinter. Sollte der 21-Jährige die Behandlung abbrechen, dürfte er nicht nach Hause, sondern müsste zurück ins Gefängnis. Und genau das hat ihm offenbar nicht gefallen. Die Beute belief sich auf rund 1100 Euro.

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