Jeden Morgen drängen sich Schüler und Pendler in vollen Bussen.
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Jeden Morgen drängen sich Schüler und Pendler in vollen Bussen.

Was die Vestische sagt

Volle Busse in Marl - zu Stoßzeiten ist das Abstandsgebot Illusion

  • Heinz-Peter Mohr
    vonHeinz-Peter Mohr
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Die Fahrt im Bus ist vor allem zu Stoßzeiten eine Belastungsprobe. Wenn Schüler und Pendler sich drängen, können sie das Abstandsgebot kaum einhalten. Das sorgt für Stress.

Brechend voll ist der Schulbus, der 15 Förderschüler und eine Begleitperson morgens zum Unterricht bringt. Alle sitzen korrekt mit Maske auf ihren Plätzen. Aber wie sollen sie in dem zehn Quadratmeter großen Fahrzeug Abstand halten? „Das sind doch unmögliche Zustände“, sagt der Busfahrer im Gespräch mit unserer Redaktion.

Täglich werden 187 Förderschüler mit dem Schülerspezialverkehr zum Unterricht in Marl gefahren. Tausende weitere Schüler aus Marl kommen entweder zu Fuß oder Fahrrad zur Schule oder nutzen die Busse der Vestischen. Dort drängen sie sich vor allem morgens mit den Berufspendlern.

Abstandsgebot lässt sich beim Busfahren in Marl oft nicht einhalten

Die Distanz von 1,50 Metern lässt sich oft nicht einhalten. „Wir sind aktuell am Anschlag dessen, was möglich ist“, räumt Jan Große-Geldermann, stellvertretender Sprecher der Vestischen, ein. Er betont, dass die Corona-Schutzverordnung des Landes das Abstandsgebot in Bussen ausdrücklich aufhebt. Es ist also erlaubt, mit Maske nebeneinander im Bus zu sitzen. Auch eine gewisse Anzahl an Stehplätzen dürfen Fahrgäste noch einnehmen. Die Busfahrer sind dafür verantwortlich, dass ihre Fahrzeuge nicht zu voll sind.

Aber wann ist ein Bus überfüllt? Dann, wenn Passagiere nicht mehr vernünftig stehen können, antwortet Jan Große-Geldermann. Die Vestische dürfe ihre Busse weit auslasten. „Aber das ist nicht das, was wir anstreben“, stellt Große-Geldermann klar. „Ich kann verstehen, dass sich Fahrgäste im vollen Bus unwohl fühlen. Wir wollen das nicht ausreizen und reagieren, wo wir können.“

Vestische tauscht sich mit Schulamt in Marl aus

Wenn die Vestische Hinweise erhalte, dass Busse zu voll sind, zählen die Verkehrsmeister zwei bis drei Tage lang die Fahrgäste in den Linien, so der Sprecher. Zudem tauschen sich Planer mit den Schulämtern aus. In den Herbstferien passte die Vestische ihre Fahrpläne an: Seit der Pandemie sind im Verkehrsgebiet 13 zusätzliche Busse unterwegs. Auch Fremdunternehmen fahren im Auftrag der Vestischen. Es sei aber unmöglich, das Abstandsgebot zu garantieren, erklärt der Sprecher: Sonst müssten fünf- bis sechsmal so viele Busse und Fahrer eingesetzt werden.

Jan Große-Geldermann nennt das Risiko, sich im Bus mit dem Coronavirus anzustecken, „gering“. Bus und Bahn seien keine Gefahrenherde, das hätten wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt. Auf seiner Homepage hat das Unternehmen Fragen und Antworten zu den Auswirkungen des Corona-Virus zusammengestellt. Fazit der Vestischen: „Busfahren ist nicht gefährlicher als ein Supermarkteinkauf.“

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