Ein Schulhof im Grünen mit Klettergerüst für die jüngeren Jahrgänge – auch damit kann die Katholische Hauptschule in Marl-Hamm werben.
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Ein Schulhof im Grünen mit Klettergerüst für die jüngeren Jahrgänge – auch damit kann die Katholische Hauptschule in Marl-Hamm werben.

Anmeldezahlen bekanntgegeben

Warum die Hauptschule in Marl nach wie vor gebraucht wird - das sind die Vorteile

  • Thomas Brysch
    vonThomas Brysch
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29 Kinder aus acht Grundschulen sind für das kommende Schuljahr an der Katholischen Hauptschule am Merkelheider Weg in Hamm angemeldet wurden. „Wir haben jetzt wieder eine klare Perspektive“, sagt Schulleiterin Bärbel Themann.

In den letzten Jahren Angst musste sie Angst um den Fortbestand der letzten Hauptschule in Marl haben. Sie wehrt sich heftig dagegen, dass diese Schulform in den Medien schon so häufig totgesagt wurde.

18 Schüler müssen angemeldet sein, nur dann kann eine fünfte Klasse gebildet werden. In den letzten Jahren war das eine ganz knappe Kiste: 2019 fanden genau 18 Kinder nach der Grundschule den Weg nach Hamm. 2020 waren es auch nur 19. Wird die Zahl 18 mehrere Jahre in Folge unterschritten, droht am Ende die Schließung. Dieses Schicksal scheint nun abgewendet. „Wir haben vier Jahre dagegen angekämpft“, sagt Themann. Jetzt zeigt sich der Erfolg.

Kein Tag der offenen Tür in Marl-Hamm

Dabei war es für die Schulleiterin und ihr Kollegium gerade in Corona-Zeiten schwer, Eltern und Kinder für sich einzunehmen: Es gab keinen Tag der offenen Tür und es gab keine Präsenz-Gespräche mit Kindern und Eltern. Digitale Formate mussten her, um ein wenig die Werbetrommel zu rühren. So erstellte ein Lehrer per Drohnenflug ein Video über das ganze Schulgelände.

Mit welchen Pfunden kann die Katholische Hauptschule wuchern? Da ist zunächst die digitale Ausstattung, die nun auch am Merkelheider Weg ihren Einzug hält. Smartboards (digitale Tafeln) gibt es bereits, jetzt sind die Notebooks für die Lehrer eingetroffen. Die tragbaren Rechner für alle Schüler werden in Kürze folgen. Das ist wichtig, denn nach Themanns Erfahrung sind viele Familien der Kinder wohl mit Smartphones, nicht aber mit Notebooks und Druckern ausgestattet.

37 Lehrkräfte für Katholische Hauptschule Marl

Ganz wichtig ist die Kleinteiligkeit der ganzen Schule. Bei 29 jetzt angemeldeten Kindern gibt es die Möglichkeit, zwei Lehrer in dieser fünften Klasse einzusetzen oder gar zwei getrennte Klassen einzurichten. So wird eine individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler möglich, die in den größeren Einheiten der anderen weiterführenden Schulen kaum realisierbar ist. Für etwa 280 Schüler stehen 37 Lehrkräfte zur Verfügung, darunter zwei Sozialarbeiter und ein Sonderpädagoge. Zum Vergleich: Für die bis zu 1300 Schüler an der Willy-Brandt-Gesamtschule in Marl stehen nur 90 Lehrkräfte bereit.

Ein Vorteil ihrer Hauptschule liegt Bärbel Themann besonders am Herzen: die praktische Vorbereitung auf das Berufsleben. „Kein Abschluss ohne Anschluss“ heißt die Devise. Es gibt eine Berufswahlorientierung schon in Klasse 7. Hinzu kommen Berufsfelderkennungstage, eine Potenzialanalyse für jeden Schüler und vor allem das Langzeitpraktikum in Klasse 9. Zwei Tage pro Woche geht es ein ganzes Schuljahr lang in einen Betrieb. Die Kontakte, die hier geknüpft werden, münden häufig genug in ein konkretes Ausbildungsplatzangebot. Denn dieses Versprechen gibt Themann allen Kindern und Eltern: „Ob Ausbildungsplatz oder Berufskolleg – keiner geht von unserer Schule, ohne dass er weiß, wie es für ihn weitergeht!“ Die Schulleiterin ist deshalb überzeugt, dass die Hauptschule als Teil des deutschen Bildungssystems nach wie vor gebraucht wird:

Das sind die offiziellen Anmeldezahlen in Marl

Katholische Hauptschule: 27 Schülerinnen und Schüler, Ernst-Immel-Realschule: 79, Albert-Schweitzer-/Geschwister-Scholl-Gymnasium: 109, Gymnasium im Loekamp: 120, Martin-Luther-King-Gesamtschule: 145 und Willy-Brandt-Gesamtschule: 145 (Stand: 23 März)

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