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Beim Großbrand auf dem Alba-Gelände im Chemiepark entstand im April ein Millionenschaden.

Gefährliche Fehlwürfe

Alba will Müllsortieranlage in Marl wieder anfahren - wie Großbrände und Gestank verhindert werden sollen 

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Die Recycling-Firma Alba will ihre Müllsortieranlage im Chemiepark am 3. Januar 2020 wieder anfahren. Die Behörden müssen dies noch genehmigen. Die Anlage, die Nachbarn durch Gestank und Fliegenplagen in Rage brachte, war im April bei einem Großbrand zerstört worden.

Update, 21.11 Uhr

Damals war ein Millionenschaden entstanden: Dichter Rauch stieg auf, 200 Einsatzkräfte waren vor Ort. Sprinkleranlagen, Wärmebildkameras und Kohlefilter sollen Brände und Gestank künftig verhindern. Der Wiederaufbau ist fast abgeschlossen. Das Unternehmen habe Millionen in eine Brandfrüherkennung investiert, sagte Dr. Jörg Harren, Standortleiter des Chemieparks gestern beim Bürgerdialog. 70 Interessierte, darunter etliche Nachbarn, waren ins Info-Centrum am Lipper Weg gekommen. Sie wollen nicht wieder unter ekligem Gestank und einer Fliegenplage leiden. 

Das soll die Abluftanlage mit drei 25-Tonnen-Aktivkohlefiltern verhindern. In zwei Stunden werde die Hallenluft ausgetauscht, Staub und Gerüche würden entfernt, erklärte Alba-Sprecher Henning Krumrey. Temperatur und Feuchtigkeit würden sinken, das werde deutlich weniger Fliegen locken. Alba will zudem 60 Fliegenfallen aufstellen – Behälter, die acht Liter (!) fassen. Durch eine neue Steuerung soll verhindert werden, dass Lkw mit dem Müll lange vor der Halle warten. 

Mit 60 Fallen gegen Fliegen in Marl

EinGroßbrand wie im April soll durch ein Früherkennungssystem verhindert werden: Die exakte Ursache für den Brand konnten Gutachter nicht mehr ermitteln. Sie fanden keine Hinweise für einen technischen Defekt oder einen Schaden an der Anlage. Vermutet wird, dass die Zündquelle unter den Abfällen war – vielleicht ein Akku, den jemand in den gelben Sack geworfen hat. 

Gefahr durch „Fehlwürfe“

Das komme häufig vor: „Wir werden mit diesen Fehlwürfen leben müssen“, sagte Christian Ronig, Leiter der Werkssicherheit im Chemiepark: Vor dem Großbrand habe es vier kleinere Brände aufgrund von Fehlwürfen gegeben, die von Alba-Mitarbeiter selbst gelöscht wurden. 170 Wärmebildkameras sollen die Bänder künftig überwachen. Außerdem wurden Rauchdetektoren und ein flächendeckender Sprinklerschutz eingebaut, erklärte der Alba-Sprecher. 

Kann Alba garantieren, dass es nicht wieder stinkt? „Wir werden Bedingungen wie in den ersten vier Monaten dieses Jahres nicht akzeptieren“, stellte Standortleiter Dr. Jörg Harren für den Chemiepark klar. Die Kreisverwaltung, die Feuerwehr der Stadt Marl und Werkssicherheit müssen die Anlage noch abnehmen und genehmigen.

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