Die beiden Feierabendhaus-Koch-Azubis Celine Schwertfechter und Nicolas Mohr bereiten sich in der Coronapandemie ersatzweise in der Chemiepark-Kantine auf die Abschlussprüfung vor.
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Die beiden Feierabendhaus-Koch-Azubis Celine Schwertfechter und Nicolas Mohr bereiten sich in der Coronapandemie ersatzweise in der Chemiepark-Kantine auf die Abschlussprüfung vor.

Gehobene Küche

Mal eben 100 Schollen filetieren: Was Koch-Azubis im Chemiepark Marl leisten müssen

  • Thomas Fiekens
    vonThomas Fiekens
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Von wegen Kantinenessen! Die Koch-Azubis Celine Schwertfechter und Nicolas Mohr bereiten sich zwar in der Chemiepark-Kantine auf ihre Abschlussprüfung vor. Aber was sie auf den Tisch zaubern, sind Gaumenfreuden gehobener Küche. So wie Kaninchenkeule mit römischen Nocken an Estragon-Senfsauce...

Plötzlich haben Corona-Schutzmasken einen Vorteil: Keiner merkt, wenn einem Gast im Betriebsrestaurant „Culimar des Chemieparks Marl das sprichwörtliche Wasser im Mund zusammenläuft. Was beim Anblick eines Barschfilets in Kartoffelkruste auf Lauchsahne mit Karottengemüse und Kartoffeln durchaus vorkommt… Klingt nach gehobener Küche, ist es auch. Auf den Teller zaubern derlei Gaumenfreuden Celine Schwertfechter und Nicolas Mohr, angehende Köche aus dem „Feierabendhaus“ – eine der großen kulinarischen Adressen in Marl.

„Wow, das sieht gut aus“, lobt ein Werksfeuerwehrmann, als er einen Teller mit der Barsch-Komposition in der Hand hält. Das Gastspiel der „Feierabendhaus“-Azubis und ihres Lehrmeisters, Küchenchef Michael Westhoff, hat sich herumgesprochen, gilt als kleine Attraktion. Er ist seit 21 Jahren für die kulinarische Reputation des „Feierabendhauses“ verantwortlich. Unter seinen fünf Azubis sind Schwertfechter und Mohr im dritten Lehrjahr, ihnen blickt der 51-Jährige vor ihrer Prüfung im Juni besonders kritisch auf die Finger. Keine „Tüte“, kein Geschmacksverstärker.

Auch das Feierabendhaus in Marl ist dicht

Fisch, Fleisch und Gemüse sind von Hand filetiert, pariert, und geschnippelt. Von der Rezeptur bis zum pünktlichen Anrichten: Täglich um die 100 Portionen sind für beide Azubis ein ordentliches Pensum. „Das ist deutlich besser, als nicht zu arbeiten“, sagt Celine Schwertfechter. Und „mal eben“ 100 Schollen filetieren? „Hat gut geklappt“, freut sich die 19-jährige Marlerin.

Der Corona-Lockdown in der Gastronomie trifft gerade auch Koch-Azubis mit voller Härte. Ob zum Berufseinstieg oder vor der Abschlussprüfung wie im Fall von Celine Schwertfechter und Nicolas Mohr – Hotels und Restaurants sind dicht, auch das „Feierabendhaus“. Theoretischen Prüfungsstoff kann man am Computer pauken, am Ende des Tages aber zählt Leistung am Herd. Für seine beiden angehenden Köche hat also „Feierabendhaus“-Küchenchef Westhoff einen Weg gefunden, wie sie sich dennoch auf den Abschluss vorbereiten können. Da besteht der Praxisbezug nicht nur aus Handwerk, im „Culimar“ ist auch der Kontakt mit den Gästen Pflicht und sehr direkt (trotz Maske und Corona-Abstand): Rückmeldungen der Gäste kommen ohne Schnörkel.

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