Mit der Klasse 4c der Canisiusschule mit Klassenlehrerin Annette Wilmes trafen wir uns unter Einhaltung der Coronaschutzregeln vor dem Weltkindertag auf dem Schulhof.
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Mit der Klasse 4c der Canisiusschule mit Klassenlehrerin Annette Wilmes trafen wir uns unter Einhaltung der Coronaschutzregeln vor dem Weltkindertag auf dem Schulhof.

Weltkindertag

Was Kinder sich wünschen - und was ihnen fehlt

  • vonSina Dietz
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  • Martina Möller
    Martina Möller
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Zum Weltkindertag fragten wir Marler Schüler, was sie sich in diesen Zeiten wünschen.

Bei unserem Besuch auf dem Schulhof der Canisius-Grundschule in Hüls-Süd treffen wir eine aufgeweckte Klasse 4c, die uns gerne Rede und Antwort steht. Das Lachen haben die Viertklässler in der Corona-Zeit nicht verlernt. Jetzt freuen sich die Kinder, dass sie wieder zur Schule gehen dürfen. Trotzdem ist die unsichere Zeit der Einschränkungen für viele nicht vorbei.

„Für mich ist es wichtig, wie wir mit der Verantwortung umgehen, die wir in der Corona-Zeit in Bezug auf weitere Ansteckungen an die Kinder weitergeben“, sagt Nicole Annuß vom Vorstand des Marler Kinderschutzbunds. „Ich merke, dass Kinder in der Schule stigmatisiert werden, wenn eins wegen möglicher Ansteckung nach Hause geschickt wird. Eines unserer Kinder hat mich schon gefragt, ob es jetzt allein in seinem Zimmer essen muss, weil in der Klasse ein Kind positiv getestet wurde“, sagt die vierfache Mutter.

Marl: Kontakt zur deutschen Sprache fehlt

Claudia Serschen, Sozialpädagogin des Kinderschutzbunds, berichtet: „Mir haben Eltern ausländischer Herkunft erzählt, wie sehr es das Leben ihrer Kinder verändert hat, dass sie während der Corona-Einschränkungen drei bis vier Monate keinen Kontakt mehr zur deutschen Sprache hatten und was das zum Beispiel bei einem Vorschulkind ausmacht.“ Aus Angst vor Ansteckung seien einige Familien wochenlang mit ihren Kindern nicht vor die Tür gegangen. „Das zieht sich bis heute. Es gibt immer noch Kinder, die nicht auf Spielplätzen sind, die nicht in den Kindergarten dürfen. Soziale Kontakt gehen verloren“, so Serschen.

Die Kinder erleben zurzeit eine sehr begrenzte Welt und sind abhängig von dem, was ihre Eltern ihnen bieten können, sagt die Marler Kinderschützerin: „Das ist nicht mehr die Gesellschaft, die Kinder auf das Leben vorbereitet.“

Stellvertretend für viele Kinder sagt Ameera Babar Butt (10): „Zuhause war es langweilig. Wir konnten nicht rausgehen. Mama hat unsere Hausaufgaben mit dem Handy empfangen. Ich vermisse meine Familie und wünsche mir, dass Corona aufhört.“

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