Von außen sind die neuen Kraftwerksblöcke im Chemiepark Marl fast fertig.
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Von außen sind die neuen Kraftwerksblöcke im Chemiepark fast fertig.

Großbaustelle Gaskraftwerk

Wie der Chemiepark in Marl eine Million Tonnen CO2 einsparen will

  • Martina Möller
    vonMartina Möller
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Der Chemiepark Marl kann bald ein neues Energiezeitalter einläuten. 2022 soll das neue Gas- und Dampfkraftwerk in Betrieb gehen

Von außen sind die neuen Gas- und Dampfturbinenkraftwerke im Chemiepark Marl so gut wie fertig. Mit ihnen wird die Strom- und Dampfgewinnung aus Steinkohle ausgedient haben. Mit den neuen Gas- und Dampf-Kraftwerksblöcken kann allein der Chemiepark nach Angaben von Evonik jährlich eine Million Tonnen des klimaschädlichen Treibhausgases CO2 einsparen.

Der Kraftwerksbau ist ein Gemeinschaftsprojekt von Evonik und der Siemens Energy AG. Gemeinsam investieren die Konzerne einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag in das Kraftwerk in Marl. Es besteht aus zwei jeweils 90 Megawatt starken Blöcken mit Gas- und Dampfturbinen. In vollem Betrieb sollen sie künftig eine Gesamtleistung von 270 Megawatt Strom erbringen. Das entspricht dem Bedarf von rund 750.000 Haushalten.

Strom und Dampf für 100 Chemieanlagen in Marl

Strom und Dampf werden für rund 100 Chemieanlagen am Standort hergestellt, die pro Jahr insgesamt rund 4,4 Millionen Tonnen chemische Produkte auf den Markt bringen. Auch 2200 Haushalte in Marl werden aus dem Fernwärmenetz mit Energie aus dem Chemiepark versorgt.

2022 sollen die neuen Kraftwerksblöcke ans Netz gehen. Jetzt ragen die Kühlluftkamine und der Schornstein bereits über die blauen Kraftwerksblöcke hinweg. Die Kesselfassade ist geschlossen, zurzeit werden in den Kraftwerken die Rohrleitungen montiert. Mitte März 2020, als das Land bereits in der Corona-Pandemie steckte, wurde im Chemiepark der Grundstein für das Projekt gelegt. Trotz der coronabedingten Auflagen läuft der Kraftwerksbau nach Plan.

400 Millionen Euro in Polyamid-Anlage in Marl investiert

Die neue Energiegewinnungsanlage ist nicht die einzige Baustelle im Chemiepark. Auf Hochtouren wird zum Beispiel auch an der Fertigstellung der Polyamid-12-Anlage (PISA) gearbeitet. Allein in diese Produktionsanlage für Hochleistungskunststoff investiert Evonik rund 400 Millionen Euro.

Auch die Cumol-Anlage der Ineos Phenol liegt im Zeitplan. Der internationale Chemiekonzern baut auf 16.000 Quadratmetern eine Anlage für die Produktion von Cumol, einen Rohstoff, der zum Beispiel für Aspirin, für Bremsbeläge, Computergehäuse, Farben oder Nagellackentferner benötigt wird.

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