Abschied vom Verkehrsrechner

Wie die grüne Welle in Marl besser funktionieren soll

  • Heinz-Peter Mohr
    vonHeinz-Peter Mohr
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Die grüne Welle soll in Marl reibungsloser funktionieren - auch ohne Verkehrsrechner. Wie die Stadt für flüssigen Verkehr und bessere Luft sorgen will, erklären wir hier.

Eine unflexible „grüne Welle“, die Autofahrer und Radfahrer ausbremst, soll es in Marl nicht mehr geben. Die Stadtverwaltung schaltet die Signale der Ampelanlagen neu. Dadurch soll der Verkehr besser fließen, der CO²-Ausstoß der Autos soll gesenkt werden. Der Rat hat dies schon 2019 beschlossen – als Baustein des klimafreundlichen Mobilitätskonzeptes für Marl.

Weil der 20 Jahre alte Verkehrsrechner nicht mehr zeitgemäß ist – Bauteile und Updates gibt es nicht mehr –, steuern die Planer den Verkehrsfluss nach und nach dezentral. Das haben Experten des Essener Büros für Signaltechnik der Stadt empfohlen.

Längere Grünphasen in Marl

Signalprogramme von sieben Ampelkreuzungen im Stadtkern wurden bereits überarbeitet – von der Kreuzung Hervester Straße/Brassertstraße (Finanzamt) bis zur Herzlia-Allee/Willy-Brandt-Allee (Hauptfeuerwache). Hier wurde die grüne Welle angepasst, für Fußgänger und Radfahrer wurden längere Grünzeiten geschaffen.

Nach Hochrechnungen des Essener Büros könnte durch die Optimierung der grünen Welle allein auf der Hervester Straße und Willy-Brandt-Allee jährlich ein Ausstoß von 18 Tonnen CO (Kohlenstoffmonoxid) vermieden werden. Weitere Umbauten an dieser Strecke sind für die erste Jahreshälfte 2021 geplant.

Durch Umleitungen in Marl staut sich der Verkehr andernorts

In nächster Zeit wird die Stadtverwaltung an der Großbaustelle Römerstraße die Ampeln in Hüls neu takten. Das geschieht an den Kreuzungen Bergstraße/Römerstraße bis Victoriastraße/Otto-Hue-Straße. Neu signalisiert wird auch der Knotenpunkt Römerstraße/Heyerhoffstraße/Gersdorffstraße, damit er den Verkehr entlastet.

Ungewünschter Nebeneffekt: Durch die Umleitungen, die von der Hülser Baustelle wegführen, staut sich der Verkehr andernorts – wie auf dem Lipper Weg kurz vor der Kampstraße: „Nicht ungefährliche Wendemanöver finden da ohne Ende statt“, kommentiert Kerstin Wloczyk auf unserer Facebook-Seite: „Es geht schleppend voran, da nur wenige Autos es schaffen, über Grün zu kommen.“

Mittelinsel auf der Herzlia-Allee in Marl

Eine weitere Maßnahme zur Verkehrsentlastung ist im Stadtkern geplant, erklärt Stadtsprecher Daniel Rustemeyer auf Nachfrage: An der Kreuzung Bergstraße/Rappaportstraße/Herzlia-Allee (Herzlia-Center) soll anstelle der Leitbaken eine feste Mittelinsel gebaut werden. Hier wird ein zusätzlicher Signalmast angebracht. Fußgänger und Radfahrer sollen an dieser Stelle nicht mehr so lange warten. Aufgrund der Corona-Pandemie verzögern sich einige Maßnahmen allerdings.

Rubriklistenbild: © dpa/Archiv

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