Einkauf in Marl in Corona-Zeiten: Stammkundin Ute Ebel aus Brassert (r.) holt in der Buchhandlung Wystup ein Geschenk ab. Bedient wird sie von Gisela Lanczek (l.) und Inhaberin Hannelore Spranger.
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Einkauf in Corona-Zeiten: Stammkundin Ute Ebel aus Brassert (r.) holt in der Buchhandlung Wystup ein Geschenk ab. Bedient wird sie von Gisela Lanczek (l.) und Inhaberin Hannelore Spranger.

Sorge vor zweitem Lockdown

Wie Händler in Marl auch in Corona-Zeiten Kunden gewinnen wollen

  • Heinz-Peter Mohr
    vonHeinz-Peter Mohr
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In Coronazeiten locken Marler Händler ihre Kunden auch mit Online-Angeboten. Die Kaufleute betonen, dass der lokale Einzelhandel keine Gefahrenquelle ist.

Das Weihnachtsgeld früher auszahlen, Überbrückungs-Hilfen verlängern – während die Zahl der Corona-Infizierten in Marl täglich steigt, wird über weitere Hilfen für Selbstständige diskutiert. Für die stellvertretende Vorsitzende der Werbegemeinschaft Hüls, Susanne Bee, steht fest, was den Geschäftsleuten wirklich hilft: „Die Politik sollte vermitteln, dass Handel und Gastronomie nicht die Gefahrenquellen sind. Der lokale Einzelhandel ist sicher und bleibt sicher.“ Alle Händler müssten ein Hygienekonzept haben, dessen Einhaltung werde kontrolliert, betont Susanne Bee. Deshalb sollte das Leben weitergehen – mit den erprobten Regeln. Nur wenn Kunden weiter in die Geschäfte gehen, könne der Handel wirtschaftlich überleben.

Das ist aus Sicht von Susanne Bee noch wichtiger als die Verbesserung und Erhöhung staatlicher Hilfen, wie Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sie plant. Auch solche Hilfen seien nötig und selbstverständlich willkommen. Bee: „Das Geschäft läuft schlecht, die Stimmung ist angespannt. Jeder erhofft sich Hilfe.“ Die Idee, dass Arbeitgeber das Weihnachtsgeld früher auszahlen und damit der Konsum angekurbelt wird, leuchtet ihr weniger ein. Denn unmittelbar vor den Weihnachtsfeiertagen tue sich noch viel in den Geschäften.

Geschäftsleute in Marl werden online aktiver

In der Corona-Krise boomen Lieferdienste. Deshalb müssten Geschäftsleute stärker online aktiv werden, meint Susanne Bee und regt Hilfen dazu an: Lokalen Händlern Plattformen oder Vorlagen für dynamische Webseiten bieten – das könnten auch durchaus der Staat oder die Stadt machen.

Die Buchhandlung Wystup setzt bereits auf ihren Online-Shop: „Man kann durchaus lokal im Netz einkaufen“, betont Buchhändler Ernst Spranger. Die meisten Buchläden hätten ihre Web-Angebote ausgebaut. Kunden können direkt bei ihnen bestellen statt im Online-Versandhandel und so den örtlichen Handel stärken. Die Auslieferung ist kostenlos. „Auf Wunsch fahren unsere Mitarbeiter raus“, sagt Ernst Spranger: „Beim ersten Lockdown habe ich selbst zwei Stunden am Tag in Marl ausgeliefert.“ Bücher werden auch als Geschenk verpackt zu den Kunden gebracht.

Sorge vor dem zweiten Lockdown in Marl

Auch für Optiker Ulrich de Waal war der finanzielle Verlust durch Corona insgesamt „nicht gravierend.“ Er half sich mit Kurzarbeit, stockte die Gehälter in dieser Phase auf. Richtig schlecht lief das Geschäft nur im März, während des ersten Lockdowns. Ulrich de Waals Erfahrung: Die Kunden kommen während der Corona-Krise gezielter. Der Optiker bietet ihnen Messreihen zur Vorsorge, Sicherheit und Optimierung der Sehstärke an.

Herrenausstatter Wolfgang Wochnik in Hüls setzt auf Nachlässe zum 25-jährigen Firmenjubiläum im nächsten Jahr: „Es gibt 25 Prozent auf alles, auf das gesamte Sortiment.“ Wochniks Ziel ist es, die Herbst und Winter-Kollektion bis zum Frühjahr zu verkaufen. Wie er haben viele Kaufleute Sorge vor einem zweiten Lockdown: „Für einige Geschäfte wäre das mit Sicherheit der Todesstoß.“

Adventsaktionen in Hüls und Drewer

Doch erst einmal kommt das Weihnachtsgeschäft. Die Kaufleute in Hüls und Drewer wollen trotz Corona Aktionen im Advent veranstalten – nur mit weniger Aufwand: Bei einer Rallye können Kinder in den Schaufenstern Buchstaben suchen. Wer das Lösungswort gefunden hat, bekommt einen Stutenkerl. Und ein Online-Adventskalender soll ihre Kunden auf Bestellmöglichkeiten im Internet hinweisen.

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