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In seinem Kalender für den Kinderschutzbund illustriert der Hertener Karikaturist Michael Holtschulte für den Monat April das Recht auf gewaltfreie Erziehung. Der Kalender enthält Motive zum Thema Kinderrechte und ist zu Jahresbeginn an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KSB verschenkt worden.

Kinderschutz

"Wir greifen aktuell tief in die Grundrechte von Kindern ein!" 

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Kinderschützer fürchten, dass das Kinderrecht auf gewaltfreie Erziehung in diesen Zeiten gefährdet ist.

  • Der Marler Kinderschutzbund fordert, dass mehr die Kinder in den Blick genommen werden
  • Ehrenamtliche sind für Eltern im Einsatz
  • 30. April ist der Tag der gewaltfreien Erziehung
Kinderschutz in Zeiten der Corona-Pandemie ist auch für die Aktiven des Marler Kinderschutzbunds eine besondere Herausforderung. „Es wird höchste Zeit, dass bei den Veränderungen und Lockerungen die Kinder mehr in den Blick genommen werden“, sagt der Marler Kinderschutzbund-Vorsitzende Jens Flachmeier.

Denn zurzeit sind gute Ideen gefragt, um den Kontakt zu den Familien zu halten, mit denen die Kinderschützer sonst regelmäßig zusammenkommen. „Unsere Gesundheits- und Familienpaten kriegen das hin“, erklärt Jens Flachmeier, „sie bleiben per Telefon und Internet an der Seite ihrer Familien.“ Ehrenamtliche Gesundheits- und Familienpaten des Kinderschutzbunds sind für Eltern mit Kindern bis drei Jahren im Einsatz.

Marl: Debatte müsse Bedürfnisse der Kinder im Blick haben

Am 30. April ist der Tag der gewaltfreien Erziehung, den der Deutsche Kinderschutzbund seit 2004 jährlich ausruft. Bereits seit dem Jahr 2000 steht das Grundrecht der Kinder auf ein gewaltfreies Aufwachsen im Bürgerlichen Gesetzbuch der Bundesrepublik Deutschland. „Insbesondere während der aktuellen

Corona-Pandemie

darf die Politik das Risiko der verdeckten Gewalt gegen Kinder nicht aus den Augen verlieren. Schließlich ist durch die Reduzierung von Kita- und Schulbetrieb die soziale Aufmerksamkeit geringer geworden“, so Jens Flachmeier.

Er schlägt eine Schnellabfrage durch das NRW-Familienministerium bei den Jugendämtern im Land vor, um mehr Klarheit über die tatsächliche Lage der Kinder in den Familien in den Kommunen zu bekommen. Die Verordnungen zur Eindämmung der Pandemie werden vom Kinderschutzbund ausdrücklich unterstützt. Dennoch seien Kinderschützerinnen und Kinderschützer in ganz Deutschland befremdet darüber, dass über die Aufnahme des Spielbetriebs der Bundesliga oder die Eröffnung von Möbelhäusern engagiert diskutiert wird, während die Bedürfnisse von Kindern und ihren Familien nur eine untergeordnete Rolle zu spielen scheinen.

„Wir greifen aktuell tief in die Grundrechte von Kindern ein: Wir isolieren sie von ihr Spielkameraden. Wir begrenzen sie in ihrem verbrieften Recht auf Bildung. Und wir enthalten ihnen ausreichend körperliche Bewegung vor“, erklärt der Präsident des Deutschen Kinderschutzbunds Heinz Hilgers zum Tag der gewaltfreien Erziehung. Er fordert: „Es braucht eine Debatte darüber, wie Betreuungseinrichtungen und Schulen schrittweise geöffnet werden können. Und diese Debatte muss die Bedürfnisse der Kinder im Blick haben – nicht nur die der Leistungsgesellschaft.“

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