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Kinder, die drei Jahre alt sind, haben einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. Jüngere Kinder können dagegen auch in einer Tagespflege betreut werden.

Fehlende Plätze

Es wird nicht besser: 370 Kinder in Marl bekommen keinen Kita-Platz 

  • vonJulia Grunschel
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Über 30 Gruppen fehlen in den Kindergärten. In Hüls-Süd und Drewer-Nord haben Familien besonders schlechte Karten.

Rund 310 Kinder unter drei Jahren und rund 60 Kinder über drei Jahren werden am 1. August ohne den gewünschten Kindergartenplatz dastehen. Wollte die Stadt sie alle unterbringen, müsste sie 20 bis 24 freie Kita-Gruppen haben. Das geht aus einem Bericht hervor, den das Jugendamt für die Sitzung des Kinder- und Jugendhilfeausschusses am morgigen Mittwoch, 29. Januar, um 16 Uhr im Rathaus vorbereitet hat.

Damit die Not nicht noch größer ist, werden die Gruppen für das Jahr 2020/2021 in den bestehenden Einrichtungen mit 180 Plätzen überbelegt. Davon sind 170 Ü3-Plätze und 10 U3-Plätze. Rechnerisch fehlen also weitere acht bis neun Gruppen. Nachdem in der Stadtmitte im vergangenen Jahr die Kita Falkennest eröffnet hat, sollen noch drei weitere viergruppige Kitas neu gebaut werden. Bis Sommer 2021 soll in Alt-Marl die bereits angekündigte Einrichtung an der Holbeinstraße entstehen. Zudem prüfe die Verwaltung zwei weitere neue Standorte.

Einrichtungen in Marl werden erweitert 

Um weitere Plätze zu schaffen, werden bestehende Einrichtungen erweitert. So wird aus dem DRK-Kindergarten am Merkelheider Weg, wie berichtet, zum Sommer eine viergruppige Einrichtung. Neu ist, dass die evangelischen Kindergärten an der Ringerottstraße und an der Westfalenstraße ebenfalls erweitert werden sollen. Im nächsten Jahr soll die Kita in Hüls-Süd um zwei Gruppen wachsen, die in Drewer um eine. Noch in der Prüfung seien drei andere Erweiterungsvorhaben: drei Gruppen für den Diakonischen Kindergarten am Lipper Weg (2022), zwei Gruppen für den DRK-Kindergarten an der Händelstraße (2022) und eine Gruppe für den städtischen Kindergarten am Münchsweg (2023). 

„Aufgrund der Umsetzungsdauer einzelner Maßnahmen muss man festhalten, dass der notwendige Ausbauprozess noch Jahre in Anspruch nehmen wird. Das erleichtert Nachsteuerungen, bedeutet aber auch, dass der Mangel trotz aller Bemühungen nicht kurzfristig behebbar ist“, heißt es im Bericht. Nicht in allen Stadtteilen ist die Lage gleich schlecht. Für U3-Kinder in Hüls-Süd, Drewer-Süd, Drewer-Nord und Alt-Marl fehlen die meisten Plätze. Bei den Ü3-Kindern sieht es am schlechtesten in Drewer-Nord, Alt-Marl und Hüls-Süd aus.

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