Auf dem Gelände des Jahnstadions soll der „Hülser Waldpark“ gebaut werden.
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Auf dem Gelände des Jahnstadions soll der „Hülser Waldpark“ gebaut werden.

Ruhrparlament beschließt

Bürgerinitiative zornig - Weiche für Wohnpark am Jahnstadion Marl gestellt

  • Heinz-Peter Mohr
    vonHeinz-Peter Mohr
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Die Bürgerinitiative zum Erhalt des Jahnstadion-Waldes reagiert „mit Zorn und Unverständnis“ auf den Beschluss des Ruhrparlaments. Es hat im Streit um das Wohnbaugebiet am Jahnstadion eine wichtige Weiche gestellt.

  • Ruhrparlament will Jahnstadion-Gelände in Marl zum Siedlungsbereich machen.
  • Dann könnte der Rat dort die Wohnpark-Bebauung beschließen.
  • Bürger können bald Einwände und Anregungen äußern.

Zwischen Hülsstraße und Otto-Hue-Straße will Investor Hubert Schulte-Kemper mit seiner Fakt Immobilien AG die exklusive Wohnsiedlung „Hülser Waldpark“ mit 196 Wohneinheiten errichten. Dagegen kämpft die Bürgerinitiative. Sie sammelt auch Unterschriften für eine Petition.

Das Gelände rund um das Stadion, zurzeit noch Sportfläche, soll im Regionalplan als „allgemeiner Siedlungsbereich“ dargestellt werden. Das Änderungsverfahren werde in Kürze beginnen, erklärt RVR-Referatsleiter Michael Bongartz. Bürgerinnen und Bürger, Naturschutzverbände und Behörden werden beteiligt. Sie können ihre Anregungen und Bedenken äußern.

Entscheidung liegt bei der Stadt Marl 

Bis zum endgültigen Beschluss des Ruhrparlaments werden wohl noch mehrere Monate vergehen. Mit deutlicher Mehrheit lehnte es einen Antrag der Linken ab. Sie hatten vorgeschlagen, den Siedlungsbereich nur auf die Fläche des Jahnstadions und der Waldschule zu begrenzen, damit viele Bäume erhalten bleiben. Doch die Mehrheit im Ruhrparlament will diese Entscheidung der Stadt Marl überlassen – auch die Grünen. 

Claudia Leiße, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen: „Uns ist dieser Wald auch wichtig. Wir wollen ihn erhalten. Aber die kommunale Planungshoheit ist ein hohes, schützenswertes Gut. Darüber darf sich ein Regionalverband nicht hinwegsetzen.“

Stadt Marl kann Wohnbauten oder Wald ausweisen

Sobald das Gelände Siedlungsbereich ist, könnte die Stadt Marl dort eine Wohnbebauung ausweisen – aber auch eine Grünfläche mit Park und Wald. Das kann sie dann selbst imBebauungsplan festlegen. Letztlich werden Entscheidung und Gestaltungsspielraum also beim Marler Rat liegen.

Aktive der Bürgerinitiative zum Erhalt des Jahnstadion-Waldes demonstrierten vor dem Ruhrparlament in Essen gegen das Wohnbaugebiet. 

Flächentausch für Marl beschlossen

Wenn das Jahnstadion-Gelände bebaut wird, geht Marl eine Grünfläche verloren. Als Ausgleich beschloss das Ruhrparlament im Regionalplan einen Flächentausch: Der Acker zwischen dem neuen Wohngebiet in Alt-Marl und der Stübbenfeldstraße soll künftig als Grünfläche genutzt werden.

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