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Die Paracelsusklinik in Marl

Räume des Chefarztes durchsucht

Wurden Brust-OPs in der Paracelsus-Klinik falsch abgerechnet? Verdacht erhärtet sich

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Ein ehemaliger Chef-Gynäkologe in Marl soll im Fokus eines Betrugsfalles stehen. Nach internen Ermittlungen hat sich der Verdacht erhärtet.

  • Ein Ex-Chef-Gynäkologe soll bei Abrechnungen von Brust-OPs in der Paracelsus-Klinik betrogen haben.
  • Interne Ermittlungen haben den Verdacht erhärtet.
  • Es geht um Brust-Operationen.

Update, 18. Februar, 11.08 Uhr

Der Verdacht des Abrechnungsbetruges am Klinikum Vest hat sich nach internen Ermittlungen verhärtet. Deshalb hatte das Krankenhaus eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit der unabhängigen Untersuchung des Vorfalls beauftragt. Der Aufsichtsrat der Klinikum Vest GmbH wurde jetzt darüber informiert, dass ein begründeter Verdacht besteht.

Die Staatsanwaltschaft Bochum ermittelt, wie berichtet, bereits seit 2018 wegen „Verdachts des Betruges zum Nachteil von Krankenkassen“ und anderer Straftaten. Das Klinikum hatte die Staatsanwälte nach eigenen Angaben informiert.

Ehemaliger Chef-Gynäkologe in Marl im Fokus

Es ging um Brustoperationen. Im Fokus soll der ehemalige Chef-Gynäkologe der Paracelsus-Klinik stehen, der dort im Juli 2018 nach nur 23 Monaten Tätigkeit fristlos entlassen wurde. Um die Kündigung wird vor dem Arbeitsgericht Herne gestritten. Der Arzt betreibt heute eine Privatklinik für Schönheitsoperationen und wirbt mit seinen Erfahrungen „als Chefarzt der Frauenklinik und des Brustzentrums“. 

Fehlverhalten sei bei der Behandlung von Patientinnen der Paracelsus-Klinik nicht festgestellt worden – das hatte die Bochumer Staatsanwaltschaft bestätigt. Auch der Klinik zufolge gab es keine rechtswidrigen operativen Eingriffe ohne medizinische Indikation. Untersucht wird aber, ob Schönheits-Operationen in der Vergangenheit falsch abgerechnet worden sind.

Marler Krankenhaus äußert sich 

Im Frühsommer letzten Jahres wurden im Zusammenhang mit den Ermittlungen mehrere Privat- und Geschäftsräume im Ruhrgebiet und Rheinland durchsucht - auch die Geschäftsräume des ehemaligen Chefarztes in der Paracelsus-Klinik. Namen von Beschuldigten und Unternehmen nennen wir im Hinblick auf die Unschuldsvermutung und Persönlichkeitsrechte nicht. 

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft soll die Untersuchung vorantreiben. Ziel sei eine umfassende rasche Aufklärung, teilt das Klinikum Vest mit. Alle Erkenntnisse würden der Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt. Dr. Hans Christian Atzpodien, Geschäftsführer des Klinikums Vest, schreibt in einer Pressemitteilung: „Leider führt die Diskussion über den vermuteten Abrechnungsbetrug dazu, dass die hervorragende Arbeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Patienten in den Hintergrund treten. Das ist sehr schade, und das wollen wir zügig ändern.“

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