Die Marler Feuerwehr musste mehrfach ausrücken, weil ein Familienvater als Brandstifter unterwegs war.
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Die Marler Feuerwehr musste mehrfach ausrücken, weil ein Familienvater als Brandstifter unterwegs war.

Urteil gegen Brandstifter

Marler brachte sogar die eigenen Kinder in Gefahr - „aus Langeweile“ gezündelt

  • Jörn Hartwich
    vonJörn Hartwich
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Ein zweifacher Vater legte im Stadtteil Hüls mehrere Brände. Die Taten erklärte er mit Frust und Langeweile. Auch seine Kinder waren in Gefahr.

Der Marler ist am Donnerstag vor dem Landgericht Essen zu vier Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden. Es ist bereits das zweite Mal, dass der 34-Jährige ins Gefängnis muss. Er hatte schon früher mehrfach Feuer gelegt. Die einzige Möglichkeit, dem Mann aus Marl noch zu helfen, sei eine Alkoholtherapie, so sein Verteidiger Volker Schröder.

Richter schicken den Marler in geschlossene Klinik

So sahen es auch die Richter am Essener Landgericht. Sie ordneten an, dass der Angeklagte einen Teil der Haftstrafe in einer geschlossenen Klinik verbringen muss. „Wenn jetzt keine Therapie erfolgt, sind weitere Taten zu erwarten“, begründete Richterin Karin Maiberg das Urteil.

Die Serie hatte im August 2020 begonnen. Zweimal zündete der 34-Jährige das Auto seiner Nachbarin an, dann ihren Briefkasten. Außerdem legte er im Keller des Mehrfamilienhauses, in dem er damals auch selbst wohnte, Feuer. Immer mithilfe von Grillanzündern. Beim ersten Kellerbrand war ein Stapel Holzplatten in Flammen aufgegangen.

Kinder des Marlers leiden unter den Folgen

Dass der Angeklagte der Brandstifter war, hätte seine Nachbarin im Leben nicht gedacht. Schließlich lebte der 34-Jährige mit Frau und zwei kleinen Kindern zusammen. Die beiden Söhne haben die Anschläge offenbar ebenfalls schwer mitgenommen. Wie am Donnerstag zu erfahren war, leiden beide unter den Folgen der Taten. Im Prozess war von Therapie die Rede.

Der Angeklagte selbst hatte bis zu seiner Überführung immer den Ahnungslosen gespielt. Er habe Anteilnahme geheuchelt und bei den Löscharbeiten geholfen. Was seine Nachbarin vor allem mitgenommen hat: Sie hatte geglaubt, dass die Anschläge ihr galten.

Hoher Alkoholkonsum

Der 34-Jährige hatte die Taten mit Langeweile und Unzufriedenheit erklärt. Er habe sich als schlechten Vater gesehen, nach der Arbeit nur noch auf dem Balkon gesessen und Bier getrunken – bis zu acht Flaschen pro Abend. In der gleichen Zeit sei das Familienleben völlig zum Erliegen gekommen.

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