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Bruce Wadsworth, Marler Musikpädagoge, hat die mittelalterliche Lyrik neu und frisch übersetzt.

Mittelalterliche Geschichten neu erzählt

Weltbekanntes Ensemble führt Pilgergesänge auf

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MARL - Der Marler Musikpädagoge Bruce Wadsworth, vielen bekannt als Gitarrenlehrer und Organisator der Kammerkonzerte, hat ein Jahrhundertwerk der Weltliteratur neu übersetzt: die „Canterbury Tales“: Zur Lesung im Theater singt das weltbekannte Ensemble „Gothic Voices“ Pilgergesänge.

Erst die Sünde, dann die Moral – das ist die Quintessenz des mittelalterlichen Versgedichts „Canterbury Tales“ von Geoffrey Chaucer: 30 Pilger vertreiben sich auf dem Weg nach Canterbury die Zeit mit Geschichten – vom Ritter von Adel ohne Fehl und Tadel bis zum geizigen Krämer. Chaucer (1340 – 1400) porträtierte diese Gesellschaft mit feinem Witz. Demjenigen, der die aufregendste Geschichte erzählt, wird ein großes Mahl versprochen. So legen sich alle beim Erzählwettstreit ins Zeug.

Bruce Wadsworth hat die mittelalterliche Lyrik neu und frisch übersetzt. Nacht für Nacht hatte er sich an den Schreibtisch gesetzt, teils bis vier Uhr morgens und nach zeitgemäßen, treffenden Reimen gesucht – eine ungeheure Arbeit von 17 Jahren! Die disziplinierte Energieleistung hat sich gelohnt. Bei der Premiere im Juli 2017 überzeugten die verblüffend lebendigen Geschichten das Publikum im Marler Theater. Es spendete herzlichen Beifall.

Lesung mit Inbrunst

Der Schauspieler Thomas Gimbel wird die Reime am Samstag, 21. September, mit Inbrunst lesen – und spielen. Jeder Figur verleiht er eine Stimme. Dazu singt das weltbekannte Gesangsensemble Gothic Voices Pilgermusik des Mittelalters. Gegründet 1980, hat es bis heute 23 CDs eingespielt, von denen drei Auszeichnungen gewannen.

Chaucer’s Pilger: Samstag, 21. September, um 19 Uhr im Theater Marl. Karten gibt es zum Preis von 12 Euro (freie Platzwahl) in unserer Geschäftsstelle, Kampstraße 84b, Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr, Samstag von 8 bis 12 Uhr, Tel. 02365 / 1070

In den Canterbury-Geschichten geht es zur Sache. Da wird geprasst, geheuchelt und betrogen. Erst nachdem die Leser ihr Vergnügen an den drastischen Missetaten ausgekostet haben, serviert Chaucer im Nachgang die Moral. Das Publikum darf sich auf mittelalterliche Geschichten freuen, die jung geblieben sind.

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