Ein Schüler sitzt an einem Schulpult und schreibt, eine Maske liegt neben einem Bücherstapel
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Maske neben Mathebuch und Etui – das ist mittlerweile ein gewohntes Bild an Schulen.

Unterricht in Corona-Zeiten

Marler Mutter schreibt Ministerin: „Wann entscheiden Sie zum Wohle der Kinder?“

  • Markus Weßling
    vonMarkus Weßling
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Zwei Marler Mütter beklagen sich mit drastischen Worten darüber, dass Landes-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) den Schulen untersagt, das „Solinger Modell“ umzusetzen. Die Stadt will „Lösungen mitgestalten“.

Das „Solinger Modell“, das die Mütter begrüßen, besagte, dass viele Klassen an weiterführenden Schulen bis zum Ende des Monats geteilt werden. Eine Hälfte sollte vor Ort, die andere auf Distanz unterrichtet werden. Das Ziel war, die Corona-Infizierten- und Quarantänezahlen möglichst niedrig zu halten, um Schulschließungen zu vermeiden.

Marler Mütter: „Jeder sollte selbst entscheiden“

„Wann entscheiden Sie endlich zum Wohle der Kinder und deren Familien und setzen die Pflicht zum Präsenzunterricht vorübergehend aus bzw. wandeln diese in eine Bildungspflicht um?“, heißt es in einem Schreiben einer Mutter an die Ministerin, das unserer Redaktion vorliegt, „Jeder sollte selbst entscheiden dürfen, ob er sich schützen möchte oder nicht. Die einzigen, die dies nicht dürfen, sind Eltern und deren schulpflichtige Kinder!“

„Entsetzt“ angesichts der Infektionszahlen

Die Marler Mutter, die namentlich nicht genannt werden möchte, sagte unserer Redaktion, sie habe enge Angehörige, die der Risikogruppe angehörten, Sie habe die Möglichkeit, den Kindern Lernen zu Hause zu ermöglichen. Wo das möglich sei, solle man das auch nutzen. Es gibt sogar Pläne, die Ministerin anzuzeigen. Sie sei über das Verhalten Gebauers insbesondere angesichts der hohen Infektionszahlen im Kreis „entsetzt“, sagt die Mutter. Es gehe so weit, dass man gezwungen werde, von der Schule akzeptierte Gründe zu erfinden, damit die Kinder nicht in die Schule müssten.

Dezernentin äußert sich

Die städtische Schuldezernentin Claudia Schwidrik-Grebe antwortet auf ein Schreiben der Mutter, die Dezernentinnen und Dezernenten der Städte hätten das Thema mit der Ministerin „sehr kritisch diskutiert“. Auch die Stadt Marl würde „alternative Lösungen“ unterstützen, sie sei hinsichtlich gestaffelter Unterrichtszeiten im Gespräch mit den Schulen, heißt es in der Antwort, die unserer Redaktion ebenfalls vorliegt . Da aber die Stadt der Schulaufsicht des Kreises unterliege, sei man als Stadt „relativ machtlos“. Der Schulträger kümmert sich nur um äußere Angelegenheiten wie Gebäude und Ausstattung, nicht aber um „innere Schulangelegenheiten“. Wo die Stadt jedoch „Lösungen mitgestalten“ könne, werde sie das tun.

Grünen-Stadtverbands-Chef will sich kümmern

Die Mütter haben sich auch an Daniel Schulz, Stadtverbandsvorsitzender und Ratsmitglied der Bündnisgrünen, gewandt. Er will der Sache nachgehen – und insbesondere auch dem Vorwurf der Mütter, die Schulen in Marl gingen unterschiedlich mit Corona-Fällen um. Einige seien dazu übergegangen, diese nicht mehr allgemein bekannt zu geben. Schulz will wissen, ob es dazu seitens der Stadt eine Vorgabe gibt.

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