Einfahrt zur Max-Reger-Straße vom Ovelheider Weg aus. Hier gibt es einige Geschäfte.
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Hinein in die Komponistensiedlung

Neunte Rundreise durch Marl: Das Wohnquartier in Hüls-Süd

  • Patrick Köllner
    vonPatrick Köllner
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Die Max-Reger-Straße führt vom Ovelheider Weg hinein in die Komponistensiedlung. Wir nehmen Sie im nächsten Teil unserer Straßen-Serie mit auf einen virutellen Rundgang.

Die Max-Reger-Straße führt vom Ovelheider Weg hinein in die Komponistensiedlung. Die eigentliche Strecke ist nur knapp 800 Meter lang, von ihr gehen aber mehrere Stichstraßen ab. Warum die Siedlung so heißt, verrät ein Blick auf die Straßenkarte: Die Wege darin wurden nach berühmten Komponisten klassischer Musik benannt.

Wir starten unsere Reise an einem heißen Sommernachmittag. Umso besser, dass gleich am Anfang der Max-Reger-Straße ein Getränkemarkt mit Erfrischungen auf uns wartet. Den Laden betreibt Petra Sterzel seit mittlerweile 15 Jahren. Die Corona-Krise hat sie zwar recht gut überstanden, allerdings gibt es aktuell weniger Laufkundschaft. „Vor allem Schüler blieben weg“, sagt Petra Sterzel. Das könnte sich mit Wiederbeginn des Unterrichts in dieser Woche ändern.

Marl: Currywurst geht immer

Auf der anderen Straßenseite sehen wir ein leeres Geschäft. Darin befand sich einst die Max-Reger-Apotheke. Links daneben schneidet „Friseur Franz“ die Haare, dahinter folgt die „Schnitzelstube“. Dabei handelt es sich um eine klassische Pommesbude, wie man sie wohl nur im Ruhrgebiet findet. Zu den Hits auf der Speisekarte gehören laut Betreiberin Britta Ulc Schnitzel, Frikadellen und Schaschlik. Ob Currywurst nicht so beliebt sei, wollen wir wissen. Antwort: „Currywurst geht sowieso immer.“

Eine Besonderheit der „Schnitzelstube“ ist wegen Corona derzeit nicht zu sehen: die Teddybären. Gewöhnlich tummeln sich mehr als 100 davon an den Wänden, auf der Theke und den Tischen im Raum. „Insgesamt sind es 168 Stück. Die haben wir aber alle gewaschen und in den Corona-Schlaf geschickt“, sagt Britta Ulc und lacht. Irgendwann brachte sie mal einen Bären von zu Hause mit in den Laden, danach hat sich die Sache verselbstständigt. „Viele Kunden brachten uns Teddys vorbei, einer kam sogar aus England“, erinnert sich Britta Ulc.

Wir verabschieden uns und entdecken gegenüber auf dem Gelände des Kindergartens Hüls-Süd eine Baustelle. Als das Gebäude der Einrichtung 2018 erweitert wurde, entdeckten die Arbeiter dort eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Neben dem Kindergarten ragen graue Wohnblöcke vier Etagen in die Höhe. Sie erinnern an einen Baustil, wie man ihn in der 1960er- und 1970er-Jahren pflegte.

Marler Hochhäuser wurden abgerissen

Die noch höheren Häuser mit Laubengängen, die einst auf der gegenüberliegenden Seite standen, wurden längst abgerissen. Sie wichen top-modernen Neubauten, die optisch an die Max-Reger-Straße grenzen, laut Karte aber zur Clara-Wieck-Straße gehören. In einem davon leben Bärbel Ratzkowski und Bruno Haupt. „Wir haben lange in einem Zechenhaus an der Sickingstraße gewohnt“, sagt Bärbel Ratzkowski. Der Umzug in die neue Gegend hat ihr gut gefallen. „Die Wohnungen sind sehr komfortabel und gut gedämmt. Man hört hier keinen Krach“, schwärmt die Rentnerin. Dazu kommt der gepflegte Garten, den das Paar ausgiebig nutzt. Seinen ganzen Stolz zeigt uns Bruno Haupt: An einer Garagenwand stehen fünf Sonnenblumen mit einer Höhe von jeweils weit über zwei Metern. „Hier ziehen wir nicht wieder weg“, sagt Bruno Haupt und lacht.

Wir gehen weiter, vorbei an der Canisiusschule, vor der zwei barrierefrei umgebaute Bushaltestellen die Fahrbahn verengen. Sie sollen helfen, den Verkehr in der Siedlung zu bremsen. Von hier führen Stichstraßen an Bungalow-Reihen vorbei. Am Ende des Abschnitts teilt sich die Max-Reger-Straße nach links und rechts. Links geht es auf einen Platz zwischen Canisiusschule und einigen Läden.

Dazu zählt die „Grillstube Pepping“. Die betreibt Dietmar Schmidt seit 2009. Er bietet nicht nur Snacks wie Currywurst und Pommes, sondern auch einen Party-Service an. „Unser Highlight ist allerdings der täglich wechselnde Mittagstisch“, saht Dietmar Schmidt. Klassische deutsche Küche erfreue sich großer Beliebtheit.

Über den leeren Platz machen wir uns auf die letzten Meter in Richtung Kindergarten St. Marien. Hier endet die Reise. Wir drehen um und fragen uns, ob wir unsere Pommes gleich mit oder ohne Mayo bestellen.

Begleiten Sie uns auch auf unseren Reisen über die Hammer Straße und den Lipper Weg.

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