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Hendrik Wüst (M.) sorgte für Rätselraten mit seiner Ankündigung, dass eine Ortsumgehung für Marl geplant werden soll. Foto: Deinl

Ortsumgehung

Minister-Ankündigung sorgt für Rätselraten

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MARL - Da hat es Verkehrsminister Hendrik Wüst beim Neujahrsempfang der CDU im Rathaus gut gemeint und angekündigt, mit seinem Ressort in diesem Jahr in die Planungen für eine Ortsumgehung einsteigen zu wollen. Das klingt ja erst einmal gut, denn gerade in Alt-Marl leiden die Anwohner der B 225 bekanntlich sehr unter dem starken Schwerlastverkehr und sehnen eine Lösung ihres Problems herbei – wir berichteten mehrfach darüber. Doch der Minister ließ offen, ob es denn tatsächlich auch um Alt-Marl geht.

Namentlich genannt hat er nämlich „die Ortsumgehung L 522 Bottrop-Marl“ und damit ein Fass aufgemacht, das längst verschlossen schien. Auf Nachfrage der Marler Zeitung, ob damit vielleicht „nur“ die besagte Ortsumgehung Alt-Marl gemeint sei, antwortete Hendrik Wüst nicht detaillierter.

Längst beerdigt

Wer sich ein bisschen mit den Marler Straßen auskennt, weiß, dass die von Hendrik Wüst zitierte L 522 die Lipperandstraße ist – also der Autobahnzubringer zwischen Hüls und Sinsen. Vor über 30 Jahren gab es die – inzwischen lange beerdigte – Idee, eine Verbindung von Marl bis nach Bottrop zur A 31 zu schaffen. „Da es Proteste wegen der Zerschneidung des Nachtigallentals, aber auch in Polsum und in den Nachbarstädten gab, wurde das Projekt auch per Ratsbeschluss nie realisiert“, sagt Stadtsprecher Rainer Kohl. Übrig geblieben sei von der alten Streckenführung nur die Ortsumgehung Alt-Marl B 225. „So ist sie auch in den Bundesbedarfsplan aufgenommen“, ergänzt Kohl.

Und nur genau diese Alt-Marler Ortsumgehung könne der Minister auch gemeint haben, sind sich sowohl CDU-Chef Thomas Terhorst als auch SPD-Chef Brian Nickholz sicher. Denn die alte Verlängerung der Lipperandstraße sei kein Thema und werde auch keines mehr, betonen beide. Die Pressestelle des Ministeriums konnte dazu gestern kein Licht ins Dunkel bringen, ließ wie der Minister offen, was da genau in das Landesstraßenplanungsprogramm für 2019 aufgenommen wurde. Einzige Info aus der Pressestelle zur genannten Straße: Sobald es freie Kapazitäten gäbe, solle die Maßnahme planerisch angegangen werden – als eine von 40 Maßnahmen.

Was SPD und CDU wollen

Was also sagen die beiden großen Parteien generell zu einer Umgehung von Alt-Marl? Für die CDU ist sie aktuell kein Thema. Thomas Terhorst erklärt, dass seine Partei favorisiert, den Schwerlastverkehr aus Alt-Marl ganz heraus zu halten. „Langfristig sollten die Lastwagen über Fahrverbote gezwungen werden, auf der Autobahn zu bleiben und über das Kreuz Marl-Nord auf die A 43 zu fahren.“ Kurzfristig spreche sich die CDU für ein Nachtfahrverbot durch Alt-Marl aus. Anfang Februar wolle man gemeinsam mit der Bürgerinitiative Alt-Marl mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW darüber sprechen.

„Unserer Erfahrung nach kommt man mit diesen Ideen nicht weiter“, hält Brian Nickholz für die SPD fest: „Am Bau eines Verbindungsstücks, das die Hochstraße/Breite Straße entlastet und die Anwohner der Femstraße nicht über Gebühr belastet, kommen wir wohl nicht vorbei.“ Der SPD schwebt zum Beispiel diese Verkehrsführung vor: über die Rennbachstraße östlich der Autobahnauffahrt Frentrop (in südlicher Richtung), Leusheider Weg, Rottstraße, Teilstück zwischen Westerholter Straße und Stübbenfeldstraße, Im Ophoff bis Hertener Straße, Teilstück zwischen Hertener Straße und Langenbochumer Straße, Anbindung an Linder Weg, Einmündung Linder Weg – B 225.

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