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Landgericht Essen

Albtraum der Autobesitzer

Prozess um Alufelgen-Bande hat begonnen: Auch in Marl wurden Garagen aufgebrochen 

Fünf junge Gelsenkirchener stehen seit gestern als mutmaßliche Mitglieder der „Alufelgen-Bande“ vor Gericht. Sie sollen in Marl und anderen Revierstädten zum Albtraum der Autobesitzer geworden sein.

Haben sie Garagen aufgebrochen, Reifensätze gestohlen und wenige Stunden später bei Ebay versteigert? Das wirft ihnen die Essener Staatsanwaltschaft vor. Sie geht davon aus, dass die fünf Freunde zwischen dem 2. Januar und dem 23. März 2017 in wechselnder Besetzung mindestens 23 Einbrüche verübt haben. Drei Männer (20, 20, 24) sollen dabei laut Anklage stets den harten Kern der „Alufelgenbande“ gebildet haben, zwei Mitangeklagte (20, 21) werden teilweise von vorneherein als Helfer eingestuft. 

Die Tatorte lagen hauptsächlich in Gelsenkirchen und Gladbeck, außerdem viermal in Dorsten. Dreimal soll die Bande aber auch in Brassert an der Heinrich-Heine-Straße und der Otto-Krawehl-Straße in Brassert zugeschlagen haben. Insgesamt soll der Sachschaden aller angeklagten Taten im mittleren fünfstelligen Euro-Bereich liegen.

Deckname „Eintracht Frankfurt“

Sehr oft waren komplette Felgensätze der bayerischen Automarken Audi und BMW betroffen. Daneben wurden laut Anklage aber auch mal mehrere Mountain-Bikes, Radzierblenden und Werkzeugkoffer aus den Garagen mitgenommen. Ob die Angeklagten vor den Coups einen Tipp bekommen haben, ist bislang unklar.  

Der 24-jährige Hauptangeklagte soll dabei ein privates Konto mit dem Namen des Bundesligisten Eintracht Frankfurt eingerichtet und verwendet haben. Bei einer Durchsuchung einer Garage eines der Angeklagten hatte die Polizei im Frühjahr 2017 einmal 20 (augenscheinlich kurz zuvor gestohlene) Kompletträder und zahlreiche Radzierblenden sichergestellt.

Auch Tat in Marl wird verhandelt

Zum Prozessauftakt vor der 24. Strafkammer des Landgerichts Essen wollte sich am Montag noch keiner der Angeklagten zu den Vorwürfen äußern. Wie es hieß, haben einige der Angeklagten aber bereits im Vorfeld zumindest teilweise ihre Beteiligung an den Felgen-Diebstählen eingeräumt. Für den Prozess sind noch Verhandlungstage bis zum 10. September anberaumt. In Schwerte mussten vier Männer wegen ähnlicher Taten für lange Zeit hinter Gitter. Auch diese Gruppe hatte als Alufelgen-Bande zweifelhafte Bekanntheit erlangt.

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