Auch im insel-Parkhaus bröckelt der Beton. Foto:Ralf Deinl
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Auch im insel-Parkhaus bröckelt der Beton. Foto:Ralf Deinl

Sanierungsstau von 169 Millionen Euro

Nicht nur das Rathaus bröckelt

  • vonGabriele Figge
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MARL - 169,1 Millionen Euro sind eine kaum vorstellbare Summe. So viel Geld müsste die Stadt in den kommenden zehn Jahren aufwenden, um die Schäden an Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden, an Straßen, Brücken, Rad- und Fußwegen, an Sportanlagen und Parks zu beseitigen. Das geht aus einer ausführlichen Liste hervor, die die Kämmerei, das Amt für Finanzen, den Politikern zu den Haushaltsberatungen zusammengestellt hatte.

Bisher standen jährlich zehn Millionen Euro bereit, um die dringlichsten Reparaturen durchführen zu können. 14,5 Millionen Euro sollen im kommenden Jahr investiert werden.

Möglich wird das unter anderem durch die Investitionshilfe des Bundes. Arme Städte sollen so in die Lage versetzt werden, wichtige Sanierungsprojekte mit nur zehnprozentigem Eigenanteil zusätzlich anzugehen. Knapp 4,6 Millionen Euro bekommt Marl vom Bund zugewiesen. Wie berichtet und inzwischen auch vom Rat beschlossen, sollen davon die Brassertstraße eine neue Fahrbahndecke aus Flüsterasphalt bekommen (1,37 Mio. Euro). Weiterhin wird die Dreifachturnhalle am GiL saniert (1,62 Mio. Euro) und der Schulhof des ASGSG umgestaltet (1 Mio. Euro). Zusätzlich will die Stadt mit dem Umbau von 46 von 135 Bushaltestellen beginnen (900 000 Euro), um sie barrierefrei zu machen. Bis 2020 müssen dann alle umgebaut sein.

Im kommenden Jahr stehen jetzt auch 350 000 Euro für den Abriss von Block A und der kleinen Sporthalle der Günther-Eckerland-Realschule bereit, sowie Restgelder für den endgültigen Abriss des Lehrschwimmbeckens der Goetheschule. Weil der Sanierungsstau an der Goetheschule inzwischen auf 6 Mio. Euro angewachsen ist, denkt die Politik alternativ über einen Neubau nach. Vorgezogen wurden ein Teil der geplante Umbaumaßnahmen im Freizeitpark Brassert. Hier soll zusätzliches Geld in die Sanierung und Erweiterung der Skateranlage fließen. Langfristig – aber nicht vor 2020 – soll der Freizeitpark zu einem Themenpark umgebaut werden. Gesamtkosten: 2,8 Millionen Euro.

Beginnen soll endgültig auch die aufgeschobene Sanierung des insel-Parkhauses am Marler Stern. 1 Mio. stellt die Politik dafür im kommenden Jahr und im Jahr 2018 bereit. Den Sanierungsstau beim Parkhaus insgesamt beziffert die Kämmerei mit 3,5 Millionen Euro. Beendet wird die Sanierung nicht vor 2021.

Das sogenannte Riegelhaus, in dem die insel-Verwaltung, einige städtische Ämter und Praxen untergebracht sind, hat mit 4 Millionen Euro einen noch höheren Sanierungsbedarf. Verschoben ist die Sanierung auf die Jahre nach 2020. Dann muss die Stadt bekanntlich den Haushalt konsolidiert haben und ohne Finanzspritze des Landes auskommen.

Der größte Brocken im Investitionsplan ist – wen wundert es – die Rathaussanierung. Für die nächsten drei Jahre stehen allein für die Turmsanierung 17 Mio. Euro im Haushalt bereit.

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