Experten haben Empfehlungen

Schlaue Schnee-Schipper gehen in die Knie

  • Markus Weßling
    vonMarkus Weßling
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Bei der Beseitigung der weißen Pracht kann man aus gesundheitlicher Sicht schon die ersten Fehler machen, bevor man überhaupt den Schneeschieber zum Einsatz bringt. Das weiß Physiotherapeutin Katharina Luxa vom Marien-Hospital genau.

Nicht ratsam ist es zum Beispiel, ohne Aufwärmen direkt ans Werk zu gehen. Es sei wie beim Sport: Ein Warmmach-Programm gehöre dazu. Das bedeutet natürlich erstmal, zeitig aufzustehen. Ein paar Kniebeugen, Laufen auf der Stelle, Schultern und Becken kreisen lassen – dazu rät Katharina Luxa, Physiotherapeutin am Marler Marien-Hospital. Im Mehrfamilienhaus auf dem Weg nach unten lieber die Treppe als den Fahrstuhl nehmen und dann vielleicht noch eine Runde um den Block – das wäre schon gut.

Die Orthese auch beim Schippen tragen

Dann die Kleidung: Die sollte eben nicht sommerlich sein, sondern zu den Temperaturen passen, rutschfeste Handschuhe und auch festes Schuhwerk umfassen. „Und man sollte auch für die Arbeit eine Knie-Orthese anlegen, wenn man sonst auch eine trägt“, erinnert Katharina Luxa. Eine Orthese, das ist ein medizinisches Hilfsmittel zur Stabilisierung von Gliedmaßen – quasi eine orthopädische Prothese.

Schrittstellung ist hilfreich

Und nun zur Arbeit selbst: Wichtig ist, dass der Rücken gerade bleibt. Hilfreich sei, ganz leicht in die Knie zu gehen, sagen Arzt und Physiotherapeutin. „Das alleine sorgt ja schon dafür, dass sich die Wirbelsäule anspannt“, erklärt der Arzt. Katharina Luxa rät außerdem dazu, eine Schrittstellung einzunehmen.

Nicht zu viel auf einmal!

Und wenn es geht, sollte man nach vorne schieben, um die Folgen falscher Drehungen und ruckartiger Bewegungen zu vermeiden. Aber wenn man den Schnee schon seitlich ablädt – die Schaufel nah am Körper halten, den Körper mit der Last mitdrehen. Nicht ratsam aus medizinischer Sicht ist es, sich im wahrsten Sinn des Wortes an der Schneelast zu überheben: „Nicht zu viel auf einmal!“, mahnt Dr. Röllinghoff, der im Übrigen auch mal zu Pausen rät. „Zum Glück gibt uns unser Körper ja Warnsignale, wenn die Belastung zu groß wird.“

Eine Chance, sich zu bewegen

Tunlichst gar nicht selbst tätig werden sollten Menschen, die erst jüngst eine Rücken-OP hinter sich gebracht haben oder unter Osteoporose (Knochenschwund) leiden. „In solchen Fällen lieber den Nachbarn um Hilfe bitten oder eine Firma beauftragen“, rät Katharina Luxa dringend. Insgesamt empfiehlt Dr. Röllinghoff, das Schneeschippen als Gelegenheit zu sehen, sich mal wieder körperlich zu betätigen. Viele bewegten sich im durch Corona erzwungenen Homeoffice ohnehin zu wenig – und so sei das Wegräumen des Schnees doch ein guter Grund, den Körper mal wieder zu aktivieren.

Rubriklistenbild: © Dziatzko

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