Präsentierten die Pläne der Fakt- und Rudimo AG zur Umgestaltung des Marler Sterns und diskutierten darüber (v. l.): Projektentwickler Frank Wieschollek, Geschäftsführender Gesellschafter der Wieko GmbH, Bürgermeister Werner Arndt, Hubert Schulte-Kemper (Investor) und Jens Vogel, Vorsitzender des Stadtplanungsausschusses.
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Präsentierten die Pläne der Fakt- und Rudimo AG zur Umgestaltung des Marler Sterns und diskutierten darüber (v. l.): Projektentwickler Frank Wieschollek, Geschäftsführender Gesellschafter der Wieko GmbH, Bürgermeister Werner Arndt, Hubert Schulte-Kemper (Investor) und Jens Vogel, Vorsitzender des Stadtplanungsausschusses.

Schulte-Kemper will Millionenspritze setzen

Kino, Festsaal und Kindergarten für den Marler Stern

  • vonKlaus Wilker
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MARL - Ein großes Kino mit fünf Sälen, ein Fest- und Konferenzsaal mit 1 000 Plätzen und ein Vier-Gruppen-Kindergarten mit Spielplatz auf dem Karstadt-Parkdeck – das sind die wichtigsten Bausteine, mit denen der Marler Unternehmer Hubert Schulte-Kemper mit Investitionspartnern den Marler Stern attraktiver und zukunftsfähig machen will.

Dafür wollen er und seine Unternehmen (Fakt AG und Rudimo AG) einen zweistelligen Millionenbetrag investieren.

Verhandlungen mit den Eigentümern der seit Jahren leer stehenden Karstadt-Immobilie und der Flächen im südlichen Teil des Einkaufszentrums, die unter anderem an Takko, H & M und Deichmann vermietet sind, hat Schulte-Kemper geführt und eine Kaufoption vereinbart. Um die Details über den Kauf der 26 000 m² großen Flächen kümmern sich nach Angaben Schulte-Kempers Rechtsanwälte, die von den Eigentümern dazu beauftragt wurden.

Wie berichtet, ist die Eigentümerstruktur mit mehreren Immobilienfonds und finanzierenden Banken, die zum Teil im Ausland sitzen, im Marler Stern sehr kompliziert. Mit dem Modehausbetreiber Wehmeyer, der als Eigentümer ebenfalls im Stern vertreten ist, hat Schulte-Kemper nach eigenen Angaben einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Dies beschert dem Investor die Stimmenmehrheit in der neu zu gründenden Eigentümergesellschaft. Schulte-Kemper: „Die ist notwendig, um im Stern überhaupt handlungsfähig zu werden.“ Mit den übrigen Eigentümern will Schulte-Kemper Gespräche führen und möglichst alle ins Boot holen.

Stadt will Chance nutzen

Jens Vogel, Vorsitzender des Stadtplanungsausschusses, und Bürgermeister Werner Arndt begrüßten das geplante Engagement des Investors im Marler Stern sehr, der 41 Jahre nach seiner Eröffnung in der jetzigen Form keine Perspektive mehr habe. Es sei gut, „dass jetzt Ideen auf den Tisch kommen“, sagte Vogel bei der Präsentation der ersten Planentwürfe.

Bürgermeister Werner Arndt begrüßte es, dass die Rudimo AG und Fakt AG das Projekt in Angriff nehmen wollen: „Wir haben in den letzten Jahren mit vielen, auch großen Projektentwicklern geredet. Am Ende des Tages sind sie alle wieder gegangen. Entweder war der Marler Stern zu klein, oder aber die Interessenten verzweifelten an der Eigentümerstruktur.“ Die Stadt wolle diese Chance nutzen, zumal auch das Rathaus ab 2017 für rund 40 Millionen Euro saniert wird und auch der Creiler Platz verschönert werden soll. Arndt: „Wenn der Stern dann so bleibt, wie er ist, ist das ein Widerspruch.“

Parkhaus muss saniert werden

Das sieht auch Hubert Schulte-Kemper so. Mit Blick auf umliegende Städte wie Recklinghausen und Dorsten habe der Stern, aber auch die Stadt, keine Perspektive. „Wir gehen das Projekt patriotisch an, in einer anderen Stadt würden wir so etwas nicht machen“, sagte Schulte-Kemper, der „gewisse Rahmenbedingungen“ von der Stadt einfordert. Riegelhaus und insel-Parkhaus – beide gehören der Stadt – müssen saniert werden – „egal, ob wir beide kaufen oder die Stadt die Kosten dafür trägt“.

Die wichtigsten Bausteine für den Marler Stern

Das Karstadt-Parkdeck fällt weg. Auf der rund 10 000 m² großen Fläche soll ein Vier-Gruppen-Kindergarten mit Spielplatz entstehen. Ins zweite Obergeschoss von Karstadt (10 000 m²) soll ein Kino mit fünf Sälen (75 bis 200 Plätze) und einem Sitzsack-Kino für Kinder einziehen. Außerdem sind eine Restauration und 15 kleinteilige Ladenlokale vorgesehen. Im Karstadt-Erdgeschoss (10 000 m²) sind ein 1 200 m² großer Fest- und Konferenzsaal sowie ein bis zwei Restaurants und ein gehobener Frischemarkt geplant. Ebenfalls vorgesehen sind ein Fitnesscenter (940 m²) sowie zwei Gebetsräume für Christen und Muslime (je 30 m²). Die Josefa-Lazuga-Straße soll wieder befahrbar werden. Für den Creiler Platz sollen Anfahr- und Parkmöglichkeiten geschaffen werden. Am City-See möchten Fakt AG und Rudimo AG in terrassenförmiger Form (ähnlich wie die Hügelhäuser) 30 Wohnungen und ein Café bauen. Dies muss allerdings städtebaulich erst noch geprüft und bewertet werden. Noch nicht geplant, aber denkbar: Die Hotelkapazität soll erhöht werden, zum Beispiel durch einen Neubau oder eine Erweiterung des Montana-Parkhotels. Marl soll attraktiver Standort für Konferenzen werden.

Einen genauen Zeitplan, ob und wann die Arbeiten beginnen, gibt es noch nicht. Der Investor will die beiden Flächen (Karstadt und den südlichen Teil des Sterns) im September kaufen. Danach soll eine neue Eigentümergesellschaft gegründet werden.

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