Mann vor Koi-Teich
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Markus Stahlheber vor einem seiner Koi-Teiche.

Markus Stahlheber

Seit 20 Jahren im Koi-Geschäft - die Faszination der japanischen Farbkarpfen

  • Markus Weßling
    vonMarkus Weßling
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Manchmal entdecken Neukunden das Geschäft von Markus Stahlheber – seine beiden Teiche mit insgesamt 220 Kubikmetern Wasser an der Josefstraße. Man kenne ihn noch gar nicht, ob er gerade neu eröffnet habe?

Dann muss der Marler Markus Stahlheber ein bisschen schmunzeln. Nein, er ist ein alter Hase im Geschäft mit den Farbkarpfen aus Asien, den Kois. Im Frühjahr 2001 ging es los, 2021 ist er im 20. Jahr dabei. Wenn nicht gerade eine Pandemie ihn daran hindert, fliegt der Marler jedes Jahr, teils sogar mehrmals, nach Japan. Dort, im Süden des Landes, ist die Ogata Koi Farm, langjähriger Partner Stahlhebers. Auf der riesengroßen Farm, sucht er sich mit fachkundigem Blick die Kois aus, die er in Marl großziehen und seinen Kunden anbieten wird.

Über den Preis wird nicht verhandelt

Der Kauf in Japan ist übrigens das Gegenteil dessen, was man von Basaren in der arabischen Welt kennt. „Wenn ich nach dem Preis frage, dann geht mein Gegenüber davon aus, dass ich das Tier kaufen will“, erklärt Stahlheber. Und zwar zu dem Preis, den er genannt bekommt. Verhandelt wird nicht, das liegt nicht in der japanischen Kultur. Wenn man sich nicht in Japan treffen kann, gibt es da noch Online-Auktionen.

Viele kommen erst nach Jahren wieder

In der Anlage in Marl finden sich dann farbenprächtige Kois wieder, die größten und schönsten kosten so viel wie ein Kleinwagen. Stahlheber erlebt nicht selten, dass Kunden erst einmal kommen und sich informieren. Dann hört er sehr lange nichts von ihnen, mitunter ein, zwei Jahre. „Dann kommen sie wieder, berichten mir, dass sie sich jetzt einen eigenen Teich zugelegt haben.“ Und dann sind sie bereit für Kois.

Kois vermitteln Ruhe

In diesen Zeiten gibt es besonders viel Nachfrage, die Leute sind viel zu Hause. Den Kois zuzusehen, bringt vielen Menschen Ruhe und Entspannung. Und es ist eine Investition, von der man lange etwas hat: Die Tiere können einen Meter lang und länger und 60 Jahre alt und älter werden – „die kann man also auch seinen Kindern vererben“, sagt Markus Stahlheber.

Winterpause im Teich

Im Moment ist nicht viel Action in seinen Teichen. Die Kois sind eher passiv – sie befinden sich in der Winterruhe, halten sich am Boden des Teichs auf. Wichtig ist die richtige Wassertemperatur für die sensiblen Tiere: Sie sollte unter acht Grad liegen, aber nicht unter vier Grad sinken, raten Experten. Die Tiere brauchen für ihren Winterschlaf möglichst viel Ruhe. Auch das Thema Fütterung ist wichtig: „Man muss sich bereits im Herbst darum kümmern“, erklärt Stahlheber. Wenn im Herbst das Wasser noch wärmer ist, werden Fettreserven für den Winter angelegt. Je kälter das Wasser dann wird, desto weniger wird verfüttert. Unter zehn Grad wird die Fütterung der Tiere immer schwieriger. Bei kalten Temperaturen dauert die Verdauung und die Nährstoffverarbeitung der Fische sehr lange. Wohl dem, der da im Herbst vorgebaut hat!

Züchter sind „echte Rockstars“

Markus Stahlheber erfreut sich jedenfalls an seinen Kois auch in der kalten Jahreszeit. Schon als Junge hat er versucht, einen Teich mit Baufolie auszukleiden und darin Fische zu halten. „Habe schnell gemerkt, dass das nicht funktioniert“ , sagt er heute verschmitzt. Später hat er sich dann Fachbücher aus der Stadtbücherei besorgt – das Internet gab es ja noch nicht. Die japanischen Züchter, sagt er, seien für ihn „echte Rockstars“. Welche tollen Farbschläge ihnen immer wieder gelängen – das sei stets aufs Neue beeindruckend.

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