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Aufwändige Kostüme mit Liebe zum Detail - die Spieler verteidigen ihr eingenommenes Revier im Bunker gegen feindliche Gruppen.

Live-Rollenspiel

Bunker in Sinsen: So leben wir nach dem Atomkrieg

Bei einem Live-Rollenspiel im Sinsener Bunker stellen 99 Spieler das postapokalyptische Leben nach dem "großen Unglück" nach. Wir waren "live" dabei.

Mit einem Blick auf die Menschenmenge vor dem Bunkereingang in Marl-Sinsen erklärt Markus Brambrink: "Irgendwo ist das hier ein Kunstprojekt“. Am Samstagabend fand dort ein sogenanntes Live Action Role Playing, kurz Larp, also ein Live–Rollenspiel statt. „Wir sind eine Gruppe von sieben Leuten, ich bin wohl so was wie der Vorsitzende“, erklärt Markus Brambrink, „und zweimal im Jahr veranstalten wir ein Rollenspiel, zu dem wir dann einladen.“ 

150 Jahre nach dem Atomkrieg in Marl

Ausgangssituation am Samstagabend ist das Jahr 2171, etwa 150 Jahre nach dem „großen Unglück“. Die Außenwelt ist radioaktiv verseucht, nur in Bunkern ist das Leben sicher – „so sicher wie es nach 150 Jahren Isolation halt sein kann“, erklärt Markus Brambrink augenzwinkernd. Im Bunker, dem „Vault 92“, betreibt eine Gruppe Iren einen der letzten Pubs der Welt.

Marl: Abend im Pub wird Überlebenskampf

Aus einem gemütlichen Tavernenabend wird jedoch eine Nacht, in der viel passieren kann. Nur der Bunker bietet Schutz im Dunkeln. Jeder Spieler kann für seine Figur eine individuelle Biografie entwickeln, die Kleidung darauf abstimmen und Fähigkeiten ausbauen.

Anlehnung an den Marler Bergbau

Manfred Schneider lehnt seinen Charakter an die ihm bekannte Arbeit im Bergwerk an. Ausgestattet mit Grubenlampe, festem Schuhwerk, langem Mantel und unzähligen Details erinnert er an einen Bergmann – der (Spielzeug-)Revolver im Halfter unter seinem Mantel und das (Gummi-) Messer unter seinem Gürtel zeigen jedoch, dass er sich zu verteidigen weiß.

"From dusk till dawn" in Marl-Sinsen

Während es draußen dunkel ist, ist es nur im Bunker sicher: „Wir spielen „from dusk till dawn“, also schließen wir uns abends ein und trauen uns erst beim Morgengrauen wieder an die Oberfläche“, erklärt Markus Brambrink. Jedem Spieler ist ein vorzeitiges Ausscheiden zu jeder Zeit möglich: „Wenn jemand Angst bekommt, sich verletzt, sich unwohl fühlt oder eine Grenze überschritten wird, dann ist für denjenigen, der Ärger macht das Spiel ganz schnell vorbei – das hier ist von Spielern für Spieler und Spaß sollte immer im Vordergrund stehen.“

Autorin: Carolin Battenfeld

Rollenspiel lockt Menschen aus ganz Deutschland nach Marl | cityInfo.TV

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