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Ein Blick in die Ausstellung. Einem (Alp-)Traum ähnelt Dan Walwins lautlose nächtliche Kamerafahrt durch das verwilderte Gelände einer stillgelegten Fabrik (links). In der Mitte: Linda Lenssens visuelles Experiment "Fall In With", ein Spiel mit unserer Wahrnehmung. Rechts: Kai Zimmers philosophisches Video "Kantdada".

Ein Spaziergang durch die Ausstellung

Glaskasten und Stern zeigen europäische Medienkunst

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MARL - Wer sich einen Überblick über europäische Video- und Klangkunst verschaffen will, hat dazu noch bis zum 18. Januar im Skulpturenmuseum Glaskasten Gelegenheit. Es stellt Arbeiten aus dem Wettbewerb zu den Marler Medienkunstpreisen aus - darunter die beiden Preisträger. Eine Einladung zum Lauschen, Schauen und Staunen.

30 Künstler aus aller Welt präsentieren ihre von zwei Jurys ausgewählten Arbeiten - im Glaskasten und in leer stehenden Ladenlokalen des Marler Sterns. Das Kunstbuch-Orchester, bei dem die Besucher mit Büchern Musik machen können, haben wir bereits vorgestellt. Ebenso ein „schwarzes Loch“, das Töne und Blasen spuckt. Aber es gibt noch viele andere Kunstwerke, die einen Spaziergang durch die Ausstellung lohnen:

Ein Nachtspaziergang durch Shanghai wird nach draußen auf den Creiler Platz projiziert: Der chinesische KünstlerZhenchen Liu durchstreifte die Mega-Stadt zu Fuß. Bei jedem Schritt machte er ein Foto – und schnitt die Bilder zu einem Film zusammen. So entsteht ein sich stets veränderndes verschwommenes Bild der bunt beleuchteten nächtlichen Metropole. Am Ende taucht eine Schildkröte vor der Skyline auf.

Ein Code aus Stoffbahnen

Wie Stoffmuster durch Licht- und Schattenwirkung elektronische Klänge erzeugen, kann man drinnen im Glaskasten erleben: Lichtempfindliche Sensoren am „Stofftonband“ der österreichischen Künstlerin Kathrin Stumreichmachen es möglich. Das Gewebemuster wird zum musikalischen Code.

Die große Finissage findet am Sonntag, 18. Januar, statt. Dann erscheint auch der Katalog für die vergangenen beiden Ausstellungen internationaler Medienkunst in Marl, mit der das Skulpturenmuseum sein Profil geschärft hat. Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, Eintritt frei.

Klänge zerschmissener, zerbrechender Scheiben schallen den Besuchern aus Lautsprechern in Kopfhöhe entgegen. So dokumentiert Lucas Norer die Versuche verzweifelter Jugendlicher in Vororten der Mega-Städte, ihrer Lebenswirklichkeit, ihrem Protest Gehör zu verschaffen: „Wenn die Realität einbricht“ ist der doppeldeutige Titel seiner Klanginstallation.

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