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Rundgang über die Anlagen der ehemaligen Zeche Auguste Victoria, Schacht 3/7. 171017

Stadt setzt Hoffnungen in Logistikpark

Entscheidung über AV 3/7 steht bevor

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MARL - Die Entscheidung über den Rückbau von Auguste Victoria 3/7 steht bevor. Wenn die Bezirksregierung grünes Licht gibt, soll das Zechengelände zum Logistikpark mit 1000 Arbeitsplätzen entwickelt werden.

Wenn die letzten Zechen stillgelegt sind, will der Bergbaukonzern RAG das Grubenwasser kontrolliert auf 600 Meter unter der Oberfläche ansteigen lassen (wir berichteten). An zentralen Standorten soll es gehoben und in Ruhr, Lippe und Rhein geleitet werden. Die RAG-Verantwortlichen rechnen damit, dass die hochgiftigen PCB, die unter Tage lagern, in den unteren Schichten verbleiben. Umweltschützer und Teile der Politik bezweifeln das. Die Behörden haben deshalb den Rückbau von AV 3/7 noch nicht genehmigt.

Pilotversuche im stillgelegten Bergwerk Haus Aden in Bergkamen sollten Aufschluss über die PCB-Entsorgung geben. Ein vom Landesumweltamt und NRW-Wirtschaftsministerium in Auftrag gegebenes Gutachten hat die Bedenken für Haus Aden entkräftet. Von der RAG beauftragte Fachleute halten die Erkenntnisse für übertragbar auf AV 3/7 in Marl. Doch die Bezirksregierung lässt dies noch einmal prüfen.

Schächte sollen mit Beton verfüllt werden

In Kürze sollen die Fakten vorliegen. Falls die Bergaufsicht dann den Rückbau von AV 3/7 genehmigt, wird es Monate dauern, bis die Geräte ausgebaut sind und die Zeche besenrein ist. Dann könnten die RAG Montan Immobilien und die Stadt die Fläche entwickeln. Das Bergbaugelände ist letzter Abschnitt in der Entwicklung des Logistikparks gate.ruhr. Die Umgestaltung beginnt im Hafen von AV und soll erst später die Zeche erreichen.

Eine Hürde gibt es aber noch: die vorbeugende Unterlassungsklage des Marler Anwohners Jürgen Pfeiffer. Er will die RAG verpflichten, „alle Maßnahmen zu unterlassen“, durch die PCB auf sein Grundstück am Reiherweg und ins Trinkwasser gelangen können. Das Landgericht Bochum hält die Klage für zulässig und holt ein Gutachten ein. Nach Auskunft von Pfeiffers Anwalt Daniel Kuhlmann haben der Kläger und seine Unterstützer einen Vorschuss von 5000 Euro gezahlt. Der Gutachter kann also seine Arbeit aufnehmen.

Der Prozess hat keine aufschiebende Wirkung. Sollte das Gericht aber zum Schluss kommen, dass PCB auf Pfeiffers Grundstück gelangen können, dann müsste der Rückbau von AV 3/7 nach Einschätzung des Anwalts gestoppt werden.

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