Böller in einer Hand
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An Silvester werden in „normalen“ Jahren reichlich Böller gezündet.

Aufruf zu Vorsicht und Rücksicht

Stadt und Ärzte warnen: Böller-Verletzte würden Kliniken zusätzlich belasten

  • Markus Weßling
    vonMarkus Weßling
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Was Silvester niemand gebrauchen kann, sind zusätzlich belastete Krankenhäuser in Marl wegen Brandverletzungen. Das sagen Ärzte, und das sagt auch die Stadt.

Das Zünden von Feuerwerk ist nach Auskunft des Ordnungsamtes nicht grundsätzlich verboten, wohl aber der Verkauf von Feuerwerkskörpern. Mit dem Verkaufsverbot solle verhindert werden, dass beim Abrennen von Feuerwerkskörpern unzulässige Ansammlungen entstehen und sich – wie leider in jedem Jahr – viele Menschen beim Hantieren mit Böllern und Raketen verletzen. Ihre Behandlung bindet in den Krankenhäusern zusätzliche Kapazitäten, die an anderer Stelle für die Versorgung von Covid-Erkrankten benötigt werden.

Chefarzt spricht Thema Feinstaub an

Ganz ähnlich hatte sich schon vor einiger Zeit Dr. Jens Geiseler, Chefarzt an der Paracelsus-Klinik, geäußert. Er wies auch darauf hin, dass der Silvester-Feinstaub den Kliniken zusätzliche Patienten mit Lungenbeschwerden einbringen könnte. Er hatte schon vor Wochen für ein Böller-Verbot in diesem Jahr plädiert.

Das sind die Silvester-Regeln

Nach der aktuell geltenden Corona-Schutzverordnung gilt bis einschließlich zum 10. Januar 2021: Partys und vergleichbare Feiern sind generell untersagt. Damit sind auch private Feiern nicht erlaubt. Erlaubt ist hingegen das Zuprosten auf Abstand mit Nachbarn um Mitternacht vor den Haustüren – allerdings, das hat vielleicht mancher nicht auf dem Schirm, nur mit alkoholfreien Getränken. Denn die Verordnung untersagt bis zum 10. Januar generell den Verzehr alkoholischer Getränke „im öffentlichen Raum“. Dabei gilt auch hier: Es dürfen sich maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen. Schließlich, so die Pressestelle der Stadt Marl, sei mit jedem Treffen ein Infektionsrisiko gegeben, auch wenn es mit Maske und Abstand vielleicht geringer ist.

Kontrollen „mit Augenmaß“

Das Ordnungsamt werde insbesondere in der Silvesternacht „mit Augenmaß“ Kontrollen durchführen und bei Hinweisen auf Regelverstöße auch Bußgeldverfahren einleiten. Wer eine Party veranstaltet, zahlt nach Auskunft der städtischen Pressestelle im Regelfall 500 Euro, wer daran teilnimmt 250. Ebenso teuer wird es, wenn sich mehr Menschen treffen als erlaubt – und das für jeden in der Runde. 100 Euro kostet der Genuss von Alkoholverzehr im öffentlichen Raum. Und wer Alkohol zwischen 23 Uhr und 6 Uhr am nächsten Tag verkauft, riskiert ebenfalls ein Bußgeld, und zwar in Höhe von 500 Euro.

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