Strom-Tankstelle für alle

RWE spendiert der Stadt sieben Elektro-Fahrräder

MARL - Man darf wohl unterstellen, dass die Stadt aus eigener Kraft nicht in der Lage gewesen wäre, sieben Elektro-Fahrräder ("E-Bikes") – Stückpreis: rund 2000 Euro – anzuschaffen. Trotzdem: Man könne ja nicht immer nur von Klimaschutz reden, sagt Bürgermeister Werner Arndt. Mitarbeiter, die oft kurze Strecken fahren, könnten ja sinnvollerweise auf zwei Räder und Muskelkraft umsteigen – und sich auf etwas Hilfe aus dem Akku verlassen.

Die RWE sprangen ein. Zwar hat die Stadt ihren Strom-Lieferanten längst gewechselt (die MZ berichtete). Doch das Netz betreibt nach wie vor der Großkonzern. Damit gehört Marl zum Kreis der Kommunen, die ins E-Bike-Programm aufgenommen wurden. Pressesprecherin Maria Allnoch übergab jetzt Fahrzeuge an die Kommune.

Auf den ersten Blick sind diese Fahrräder von anderen kaum zu unterscheiden. Wer genauer hinschaut, entdeckt unter dem Gepäckträger eine Plastikbox – die Kraftzentrale des Pedelecs. Der Radfahrer kann sich auf Knopfdruck Unterstützung in vier Stufen holen, etwa, wenn eine größere Steigung zu überwinden ist. Beim Bremsen oder Bergabfahren wird ein wenig Energie in den Akku zurückgeführt. Der Motor hilft nur, wenn der Fahrer tritt, von allein fährt das Gefährt nicht. Und: Bei 25 Stundenkilometern schaltet der Motor automatisch ab.

50 bis 60 Kilometer weit kann der Benutzer mit einer Akku-Ladung kommen. Eine Akku-Ladung kostet etwa 5 Cent. Begnügt sich der Radfahrer mit 80 Prozent des möglichen Energie-Vorrats, reicht eine Stunde Ladezeit. Eingesetzt werden die Räder mit dem „elektrischen Rückenwind“ im Kommunalen Ordnungsdienst und bei ZBH-Mitarbeitern – und zwar freiwillig. Die Erfahrung aus anderen Städte zeigt, so Allnoch, dass eher die Räder knapp werden als die Benutzer.

Nicht eingesetzt werden die Räder bei Privatleuten, auch nicht am Wochenende. Dabei habe das Thema „Verleih“ durchaus auf der Tagesordnung gestanden, rekapituliert Michael Lauche, Chef des Stadt-Marketings. Doch die Stadt habe sich dagegen entschieden – unter anderem, weil der Kommunale Ordnungsdienst ja auch am Wochenende in der Stadt unterwegs ist. Profitieren werden die Bürger trotzdem – zumindest die mit E-Bike. Zur Spende gehört eine Ladestation direkt vor der Tür des ZBH. Jeder darf hier seinen Akku tagsüber zum Nulltarif aufladen.

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