Ursache unbekannt

Dauerbrummen raubt Betroffenen den letzten Nerv

MARL - Angelika Herrmann (59) ist eine umgängliche Frau – eine, die gern mit ihrer Umwelt in Frieden lebt. Doch es gibt Momente, da könnte sie aus der Haut fahren. Da ist sie gereizt, unruhig. Dann hat sie schlaflose Nächte hinter sich. Warum das so ist, weiß sie nicht. Eines weiß sie ganz genau: Es brummt in ihrer Wohnung. Fast permanent. Warum?

Der Versuch, eine Antwort auf diese Frage zu finden, führte auch die MARLER ZEITUNG Zeitung an ihre Grenzen. Trotz hartnäckigster Recherchen war keine eindeutige Ursache für das Dauerbrummen zu finden. Alle befragten Experten schüttelten am Ende nur den Kopf. Es gibt Mutmaßungen, Möglichkeiten, aber keine Sicherheit... und es gibt eine Betroffene, die zumindest Trost findet in dem Gedanken, mit ihrem Problem nicht allein zu sein. Angelika sucht Leidensgenossen, um mit ihnen Fakten zu sammeln und eine Interessengemeinschaft zu gründen. Und dieser Ruf wurde gehört. Ursula Pellengahr (73), wie Herrmann Hülserin, meldete sich sofort, zudem noch zwei weitere Betroffene aus der Nachbarsiedlung. Noch am gleichen Tag erreichte die Hülserin auch ein Anruf aus Drewer-Süd. Diese Menschen – und vielleicht noch andere – erleben Tag für Tag, vor allem aber Nacht für Nacht, dasselbe: Sie halten sich in ihren Wohnungen auf, nehmen fast ständig ein dumpfes, tiefes Brummen wahr, das ihnen den Nerv und den Schlaf raubt. Angelika Herrmann: „Ich lebe seit sieben Jahren in meiner Wohnung. Seit Mitte November 2009 ist dieses permanente Brummen da.“ Ist sie, sind die anderen Betroffenen vielleicht schlicht krank? Für viele wäre das sicher eine nahe liegende Vermutung. Aus Medizinerkreisen ist zu erfahren: Tinnitus, die Volkskrankheit, die störende Ohrgeräusche verursacht, die aber nur für den Betroffenen existieren, käme durchaus in Frage. Das Leiden, das sich häufig durch permanentes Pfeifen äußert, kann offenbar dem Kranken auch sehr tiefe Töne vorgaukeln. Während einer Zugfahrt kippte sie um, wurde sofort ins Krankenhaus gebracht. Dort untersuchten sie diverse Fachärzte drei Tage lang. Außer hohem Blutdruck („... hatte ich vorher nie...“) konnten sie aber nichts feststellen: „Sie haben mir gesagt, ich sei kerngesund. Ich bin natürlich auch auf Tinnitus untersucht worden.“ Bliebe also zu vermuten, dass das Brummen tatsächlich existiert. Dann müsste es auch objektiv nachweisbar sein. Eben das wollte die Hülserin genau wissen, bat im Kreishaus um Hilfe. Die bekam sie auch: Ein Vertreter des Umweltschutzzentrums besuchte ihre Wohnung, brachte Messgeräte mit. Jochem Manz, Pressesprecher der Kreisverwaltung, fasst die Ergebnisse zusammen: Tatsächlich sei hier etwas gemessen worden. Warum diese Messung die Betroffenen trotzdem nicht weiterbringt, wer alles nicht Verursacher des Brummens ist (oder das zumindest behauptet) - das und vieles mehr lesen Sie in der Donnerstagsausgabe der MARLER ZEITUNG.

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