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Wände am Bahndamm kommen erst im November

Eidechsen verzögern Lärmschutz

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MARL - Der Lärm von mehr als 300 Zügen täglich ist für die Sinsener, die an der Bahnlinie leben, schwer zu ertragen. Anwohner haben direkt am Bahndamm knapp 100 Dezibel gemessen, ab 80 Dezibel kann die Gesundheit leiden. Die Deutsche Bahn wollte im Frühjahr Schutzwände einbauen. Doch weil Eidechsen umgesiedelt werden mussten, verzögern sich die Arbeiten.

Vor einem halben Jahr wurde an den Bahndämmen eine große Eidechsen-Population entdeckt. Die Bahn habe erst Ausgleichsflächen suchen, kaufen und die geschützten Tiere umsiedeln müssen, sagte ein Sprecher auf Nachfrage. Deshalb hätte sie die Bauarbeiten noch nicht ausschreiben können. Nun werde die Schutzwand voraussichtlich ab November errichtet. Anwohner Reinhard Pilch hat trotzdem „ein ungutes Gefühl, wenn die Arbeiten verschoben werden“. Er wohnt am Bahndamm in der Mühlenstraße und ist genervt: „Wenn wir im Garten sitzen und ein Zug kommt, hören wir auf, zu sprechen. Man versteht kein Wort.“ Seine Partnerin Ulrike Silvers ergänzt: „In der Wohnung hört es sich an, als ob die Bahn durchs Zimmer fährt.“ Die Bahn will diesen Lärm um die Hälfte reduzieren – durch bis zu drei Meter hohe schallschluckende Aluminium-Wände, die direkt neben den Schienen gebaut werden: In Marl-Sinsen soll eine Lärmschutzwand parallel zu den Gleisen von der Wallstraße bis zum Gernegraben errichtet werden (siehe Grafik). Ein weiterer Schutz neben den Schienen ist in Höhe der Mühlenstraße und der Honermann-Siedlung geplant. Zuschuss für schalldichte Fenster Weil die Bahn Rücksicht auf den Fahrplan und den erheblichen Güterverkehr zum Chemiepark nehmen muss, werden die Arbeiter in der Regel nachts und an den Wochenenden im Einsatz sein. Der Bau der Lärmschutzwand wird also ebenfalls mit viel Lärm verbunden sein – und etwa ein Jahr dauern. Falls Anwohner im Haus schalldichte Fenster und Dämmungen einbauen wollen, wird die Bahn dies zu 75 Prozent mitfinanzieren. Voraussetzung ist, dass das Gebäude vor dem 1. April 1974 errichtet wurde und dass Lärm-Grenzwerte überschritten werden. Anwohner, die den Zuschuss in Anspruch nehmen wollen, sollten die DB Netz AG, Niederlassung West, Hansastraße 15, in 47058 Duisburg anschreiben. Dann werden Ingenieure mit ihnen die Wohnung begehen und ein Gutachten erstellen, auf dessen Basis Handwerker beauftragt werden können.

Auf Karten des Eisenbahn-Bundesamtes gibt es Informationen über Lärmwerte und die Zahl der Züge, die in der Region pro Jahr fahren:

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