Justitia
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Ein 42-Jähriger steht demnächst erneut vor Gericht.

Er kann es nicht lassen

Warum der „Flucht-König“ demnächst erneut vor Gericht steht

  • Werner von Braunschweig
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Knapp fünf Jahre nach seiner Verurteilung zu fünf Jahren Haft plus Unterbringung in einer Entziehungsanstalt steht ein Drogendealer aus Marl demnächst erneut vor Gericht. Das sind die Hintergründe.

Sowohl die Vorwürfe als auch das Randgeschehen wecken Erinnerungen und lassen nur einen Schluss zu - der 42-Jährige ist eine Art „Flucht-König“ und kann es wohl einfach nicht lassen.

Dealer war aus dem Krankenhaus geflüchtet

Im Januar 2016 war der 42-Jährige am Essener Landgericht als so genannter „Motorraddealer“ verurteilt worden. Der 42-Jährige war im Sommer 2015 bei einer nächtlichen Verfolgungsjagd mit der Polizei auf der Hülsbergstraße mit seinem Motorrad schwer gestürzt und hatte sich dabei vier Rippen, einen Lendenwirbel sowie die Schulter gebrochen. Erst nachdem der Rettungswagen mit dem Verletzten bereits auf dem Weg in die Klinik war, hatten Beamte seinerzeit unter dem in einem Gebüsch platzierten Motorradhelm zwei Drogenpakete mit hochreinem Heroin entdeckt. Zu einer schnellen Festnahme war es damals dann aber trotzdem nicht gekommen, weil der Dealer trotz zahlreicher Brüche Hals über Kopf aus dem Krankenhaus geflüchtet und erst einmal abgetaucht war. Festgenommen worden war der 42-Jährige dann erst nach einem Tipp seiner Ex-Freundin in einem Marler Motel – im Bett zusammen mit einer Geliebten.

In der Therapie hielt er es nicht lange aus

Im Anschluss an die Verurteilung in Essen hatte es der 42-Jährige auch in der Entzugstherapie nicht wirklich lange ausgehalten. Nach mehreren Verlegungen war der Dealer im September 2017 in einem günstigen Moment aus einer LWL-Klinik in Hemer getürmt – und diesmal in einer Wohnung an der Breite Straße untergetaucht. Offiziell angemietet war die Wohnung offenbar von seiner Verlobten. Auch die 42-jährige Frau muss ab dem 21. Dezember auf der Anklagebank Platz nehmen, wenn am Bochumer Landgericht der Prozess beginnt. Ende Mai 2020 war es in der Marler Wohnung zu einer Razzia gekommen. Dabei wurden laut Anklage sieben Kilo Marihuana, 110 Gramm Kokain, 800 Gramm Amphetamine und knapp 1,5 Kilo Heroin entdeckt. Außerdem 41.260 Euro Bargeld, die laut Staatsanwaltschaft nahelegen, dass der 42-Jährige seit Jahren wieder dick ins Geschäft eingestiegen war.

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