Windhose zerstört Festzelt

Jetzt erst recht - Hülser Oktoberfest verschoben

MARL - Nach dem Schock blicken die Hülser Schützen nach vorn: Das für dieses Wochenende geplante Oktoberfest soll jetzt in drei Wochen, am 27. Oktober, wiederholt werden. Es musste komplett abgesagt werden, weil das Festzelt auf Ovelheys Wiese wegen einer Windhose zusammengekracht war.

Einige organisatorische Fragen müssen allerdings noch geklärt werden. Die Veranstalter, Heinz Lambernd, Peter Tudyka und Uwe Schirrmeister von den Hülser Schützen, hatten bereits wenige Stunden nach Absage des Oktoberfestes den neuen Termin angekündigt. „Wir versprechen Euch, dass wir alles geben werden“, schreiben die Festwirte auf ihrer Facebook-Seite.

Die Vorfreude war groß: 1700 Wiesnfreunde wollten in dem über 2000 m² großen Festzelt am Abend singen und schunkeln, viele hatten sich Dirndl und Ledehose besorgt. Doch als am Samstagmittag gegen 11.30 Uhr das Festzelt auf Ovelheys Wiese von einer Windhose erfasst wurde, hochflog und wieder auf den Boden knallte, war es mit der Vorfreude zu Ende. Die Träger brachen durch, knickten ein wie Streichhölzer. Bierkrüge und Inventar wirbelten durch die Luft, Trümmerteile flogen meterweit.

Helfer hatten gerade die Tische für den Abend gedeckt, sie brachten sich in Sicherheit. Die Lichttechnikerin und einige Bühnenbauer befanden sich noch im Zelt. Die Technikerin wurde von einem Balken am Kopf getroffen, vorsorglich ins Krankenhaus gebracht und sofort wieder nach Hause entlassen. Wie die Festwirte mitteilen, ist niemand ernsthaft verletzt. Die anderen Techniker kamen mit einem Riesenschrecken davon.

Niemand ernsthaft verletzt

„Wir alle sind froh, dass so etwas Schlimmes nicht am Samstagabend passiert ist“, sagt Susanne Bee von der Initiative Hüls zieht an. „Ein absoluter Totalschaden, es sieht aus wie nach dem Krieg.“

"Wenn ein paar Meter weiter Eichenbäume umknicken, kann man sich vorstellen, mit welcher Kraft diese Windhose aufgetreten ist“, schreiben die Festwirte auf ihrer Facebook-Seite.

Die Höhe des Schadens ist im Moment noch nicht abzuschätzen, dürfte aber, da sind sich alle einig, in die Hunderttausende gehen. Dem Halterner Zeltbesitzer Josef Balster fehlten am Ort der Zerstörung die Worte. Sein Festzelt ist völlig unbrauchbar. Noch das geringste Problem ist der gegrillte Ochse, von dem der allergrößte Teil nicht mehr verwertbar ist.

Karten bleiben gültig

Mit einem Kran der Firma Mertmann wurde die Zeltkrone angehoben, das verwüstete Zelt abgebaut und Teile und Reste in die Anhänger geräumt. Ein großes Plakat vor dem aus Sicherheitsgründen abgesperrten Gelände wies darauf hin, dass das Oktoberfest abgesagt werden musste.

Das lähmende Entsetzen ist mittlerweile einer Jetzt-erst-recht-Stimmung gewichen: „Das wirft uns nicht aus der Bahn, wir machen weiter“, kündigt Peter Tudyka auf Nachfrage der Marler Zeitung an. Mittlerweile sei auch bestätigt, dass alles ordnungsgemäß aufgebaut und befestigt war, teilen die Festwirte mit.

Bereits in drei Wochen wollen sie das Oktoberfest nachholen – allerdings ohne Frühschoppen: Die 1700 Karten für das Oktoberfest bleiben gültig. Die Karten für den Frühschoppen können zurückgegeben werden, der Preis wird dann erstattet. Auch Oktoberfestkarten können noch zurückgegeben werden. „Wir haben ja eine große Warteliste und können auch anderen eine Freude machen“, betont Uwe Schirrmeister.

Krug-Erlös für das Tierheim

Karteninhaber können aus organisatorischen Gründen nur per mail Auskunft erhalten: info@huelser-oktoberfest.de

Näheres wollen die Festwirte am Dienstag mitteilen. „Wir haben versprochen, dass wir in Marl etwas für die Menschen organisieren und dieses Verprechen halten wir auch,“ so Heinz Lambernd. Peter Tudyka und Uwe Schirrmeister ergänzen: „Schließlich steht bei unseren Veranstaltungen der gute Zweck im Vordergrund.“ Der Erlös der Oktoberfest-Krüge soll dem Tierheim gespendet werden.

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