Rat winkt ab

China-Projekt ist gescheitert

MARL - Darüber diskutierte im Stadtrat niemand mehr: Das China-Projekt an der Herzlia-Allee ist erledigt, Geschichte. Die Politik denkt schon über die Folgen des Reinfalls nach.

Nur kurz betrieb der Rat in seiner letzten Sitzung dieses Jahres China-Nachsorge, stritt sich um Ursachen und Vermeidbarkeit des Projektendes. Zur Erinnerung: Obwohl die chinesischen Unternehmer des Kaufpreis für das Grundstück schon auf ein Sperrkonto gezahlt haben, war es zu immer neuen Verzögerungen und zuletzt zu einem Bruch innerhalb der Investoren-Gruppe gekommen. Die Stadtverwaltung empfahl, nun einen Schlussstrich unter das schon Jahre währende Projekt zu ziehen. Ohne Enthaltung und ohne Gegenstimme sahen die Kommunalpolitiker das genau so. Die China-Akte ist damit endgültig geschlossen.

Fritz Dechert (Wir) hatte zuvor der vorigen Stadt-Spitze unter Uta Heinrich „Anfänger-Fehler“ vorgeworfen. Wütend reagierte Jörg Friedrich (buergerunion) auf jede Form von Häme oder Schadenfreude unter den Politikern: „Wer Genugtuung empfindet, dass Arbeitsplätze nicht geschaffen werden, der hat im Rat der Stadt nichts zu suchen.“

Und wie geht es nun weiter mit dem riesigen, leeren Grundstück. „Die Fläche ist wieder frei“, stellte Andreas Kolk, stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender, fest – und warnte zugleich davor, die Stadt gleich in das nächste Abenteuer zu stürzen. Er habe von einem Bewerber erfahren, der hier eine Multifunktions- und eine Spielhalle errichten wolle. Bürgermeister Werner Arndt korrigierte: Es gehe eher um ein Begegnungszentrum.

Wiederholte Appelle aus den Reihen des Rates, künftig bei internationalen Großinvestoren sehr vorsichtig und skeptisch zu sein, riefen Widerspruch hervor. Der Bürgermeister erinnerte daran, dass Marl Interessenten, mögliche Firmen-Ansiedlungen und neue Arbeitsplätze brauchen könne. Andreas Täuber (SPD) warnte: „Die Stimmung, die jetzt hier verbreitet wird, ist nicht gut für die Stadt.“

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