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Vor Gericht geht es um eine Beziehungstat in Drewer.

Beinahe tödliches Beziehungsdrama

Zeugin entsetzt: „Keiner hat geholfen - das Allerletzte!“

  • Jörn Hartwich
    vonJörn Hartwich
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Ein Beziehungsdrama wäre beinahe tödlich geendet. Eine Nachbarin der Beteiligten hat sich jetzt vor Gericht den Frust von der Seele geredet.

„Der hat um sein Leben geschrien, aber keiner hat geholfen. Ich fand das das Allerletzte.“ Im Prozess um ein beinahe tödliches Beziehungsdrama in Marl-Drewer hat sich eine Nachbarin geäußert.

Hilfeschreie gehört

Die 50-Jährige hatte sich nach dem Ende ihrer Frühschicht kurz hingelegt, als sie die Hilfeschreie ihres Nachbarn wieder aus dem Schlaf rissen. „Hilfe, meine Frau sticht mich ab“, soll der bereits schwer verletzte Mann gerufen haben. „Ich verblute. Warum hilft mir denn keiner?!

Andere sahen einfach weg

Während sie selbst sofort die Polizei rief und von einer Beamtin am Telefon gehalten wurde, sahen die anderen Nachbarn offenbar einfach weg. Nicht einmal ein Stadtmitarbeiter, der im selben Haus wohnte und die Hilferufe ebenfalls gehört hatte, hielt es für nötig, in den Garten zu gehen, um dem blutverschmierten Mann zu helfen. Er sah einfach nur aus seinem Fenster im ersten Stock, rief dann die erwachsenen Kinder des Paares an. „Ich war irgendwie überfordert“, sagte er den Richtern am Essener Schwurgericht.

Dramatik der Situation war klar

Zu übersehen waren die Verletzungen auf jeden Fall nicht. Im Prozess wurden Bilder gezeigt, die keinen Zweifel an der Dramatik der Situation lassen konnten. „Es bestand akute Lebensgefahr“, so Rechtsmedizinerin Iliana Tzimas. Knapp zehn Messerstiche hatten die Ärzte nach der Bluttat vom 31. Juli gezählt – in Brust und Rücken. Ein Lungenflügel habe schon nicht mehr richtig gearbeitet. Auch die Bauchwand war getroffen.

Kein Zweifel bezüglich der Täterin

Wer die Täterin war, stand von Anfang an fest. Die 66-jährige Ehefrau des Opfers hatte gleich bei ihrer Festnahme erklärt, dass sie ihren Mann umbringen wollte. Dafür habe sie sich den 39. Hochzeitstag ausgesucht. Der Angriff war erfolgt, als ihr Mann sich gerade ein Bier aus dem Gartenschuppen holen wollte.Hintergrund sollen jahrelange Demütigungen gewesen sein, die sich nach einem Schlaganfall der Frau angeblich noch einmal massiv verstärkt haben. Auch ein Nachbar wusste davon zu berichteten. „Das Haus ist sehr hellhörig“, sagte er den Richtern. Die Anklage lautet auf Mordversuch.

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