Stift, Hand, Maske
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An den Schulen geht man wieder vermehrt auf Distanz.

Neue Regeln

Zwischen Distanz und Präsenz: So geht es jetzt an Marler Schulen weiter

  • Heinz-Peter Mohr
    vonHeinz-Peter Mohr
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  • Thomas Fiekens
    Thomas Fiekens
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Distanz- statt Präsenzunterricht ist an den Schulen angesagt. Eine Herausforderung auch die Marler Bildungseinrichtungen. Aber ganz menschenleer sind die Schulen nicht.

So wie an anderen Schulen ist auch am Albert-Schweitzer-Geschwister-Scholl-Gymnasium (ASGSG) Distanz- statt Präsenzunterricht angesagt. Gleichwohl: Eine Klausur ist und bleibt eine Klausur – und Oberstufenschüler werden sie am 20. Dezember im Gymnasium schreiben. „Die allermeisten Schülerinnen und Schüler sind zuhause, einige wenige aus den unteren Jahrgangsstufen sind noch da“, berichtet ASGSG-Leiterin Dorothee Schlüter. Was der Schule jetzt zugute kommt: Nach dem Ende der Sommerferien wurde im Präsenzunterricht der Distanzunterricht eingeübt, jetzt kommen Lernplattform „Logineo NRW lms“ oder das Videotool „Sdui“ mit einiger Routine zum Einsatz. Während Schlüter – Fächerkombination ‚Mathematik/Katholische Religion – am Montag über den neuen Schulalltag im „Lockdown“ berichtet, bereitet sie sich parallel auf den Unterricht am Bildschirm in einem Mathe-Grundkurs vor. „Auch da kann man Videokonferenzen nutzen – nicht die ganze Zeit und stundenlang, aber für die Rückfragen ist das ein gutes Instrument.“

Datenschutzkonform undstabil muss es sein

Der Unterricht mithilfe digitaler Helferlein war ja an Schulen ohnehin schon angesagt, wenn Schüler in Quarantäne vom Präsenzunterricht pausieren mussten. Klar ist bei allen Möglichkeiten der modernen Technik: Sie muss datenschutzkonform laufen und vor allem: stabil.

Ausweichen in die Mensa

Auch in der Willy-Brandt-Gesamtschule (WBG) hat am Montag die Zahl der Schüler abgenommen. Gegen Mittag sind aus den Jahrgängen 5 bis 7 noch 250 Mädchen und Jungen vor Ort, laufend kommen Abmeldungen von Eltern. Größere Abstände zwischen den Schülern sind jetzt einfacher zu organisieren. Für Klausuren, die weiter geschrieben werden, kann man auf größere Räume ausweichen – bis hin zur Mensa, wenn dort kein Betrieb ist. Nicht unbedingt einfacher geworden ist die Unterrichtssituation für die Lehrer, berichtet Schulleiter Theo Sylla: „Sie sind vor die Aufgabe gestellt, in der Klasse zu unterrichten und zugleich für Nichtanwesende Unterrichtsmaterial bereitzustellen.“ Auch an der WBG bedient man sich der Logineo-Lernplattform. „Es ist nur die Frage, ob und wie die Schülerinnen und Schüler zu Hause ausgestattet sind.“

„Niemand wird benachteiligt“

Erst am Freitagnachmittag erfuhren die Schulen, dass Schüler jetzt auf Distanz gehen müssen. „Das hat uns eiskalt erwischt“, sagt Birgit Lange, Leiterin der Ernst-Immel-Realschule: „Wir mussten die Eltern schnell noch informieren – aber die Kinder waren schon weg. Elternbriefe konnten wir ihnen nicht mitgeben. Wir hätten uns einen Tag eher Informationen gewünscht. Dann hätten wir alle Schüler noch mal sehen und mit ihnen Fragen klären können.“ Zumal Klassen und Kurse gestern und heute etliche Arbeiten schreiben, für die sie geübt haben. Wann wo welche Arbeit geschrieben wird, hat die Schule auf ihre Webseite gestellt. Schüler, die heute oder morgen nicht kommen, müssen ihre Kursarbeit im neuen Jahr nachschreiben – oder durch eine andere Leistung ersetzen. Birgit Lange versichert: „Niemand wird benachteiligt.“

Betreuung noch am Montag und Dienstag

Die Weihnachtsferien sind zwar vorgezogen und Freitag ist letzter Schultag. Am nächsten Montag und Dienstag wird es aber noch Betreuungsangebote geben – zum Beispiel an der Goetheschule: Dorthin kommen im Moment noch zwei Drittel der Kinder, berichtet die kommissarische Leiterin Petra Spiegel. Sie betont: „Die Schulpflicht ist nicht aufgehoben, nur die Präsenzpflicht.“ Für Kinder, die zu Hause bleiben, hat die Goetheschule Lernpakete mit Arbeitsblättern in Deutsch, Mathe und Sachkunde geschnürt. Die Schüler können sie mit dem Handy auf der digitalen Pinnwand „Padlet“ abrufen. Die Aufgaben müssen am Freitag abgegeben werden. Auf Klassenarbeiten wird jedoch verzichtet. Petra Spiegel: „Die können wir auch in den Januar packen.“

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