Partys mitten in der Pandemie

Corona-Irrsinn in Spanien: Studenten feiern wie und wo sie wollen - das sagt Auswanderin Zoé aus Bielefeld

  • Luca Hertling
    vonLuca Hertling
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Zoé aus Bielefeld ist im Februar nach Spanien ausgewandert. Für sechs Monate wohnt sie in einer WG im Süden Spaniens, in der Comunidad Autónoma Andalusien. Dort lebt die 21-Jährige, als gäbe es kein Corona.

In Andalusien ist die Corona-Situation ähnlich wie in Nordrhein-Westfalen. Der Inzidenzwert liegt bei knapp 155 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Spanien setzt im Kampf gegen das Virus auf eine Maskenpflicht auch im Freien* auf eine nächtliche Ausgangssperre und auf Reisebeschränkungen zwischen einzelnen Provinzen.

Andererseits ist das öffentliche Leben kaum eingeschränkt. Shoppingzentren sind geöffnet, Restaurants können besucht werden, und auch Sport in den Vereinen ist erlaubt. Alles, ohne vorher einen Schnelltest machen zu müssen und ohne einen Termin zu buchen. Sogar Clubs und Diskotheken laden zu Partys von 15 bis 22.30 Uhr ein.

Da es eine nächtliche Ausgangssperre gibt, wird das Partyleben in den Nachmittag verlegt. „Uns macht das nichts aus. Wir sind froh, überhaupt wieder feiern gehen zu können“, sagt Zoé aus Bielefeld, die im Februar nach Spanien ausgewandert ist. Wie sie gegenüber 24VEST.de* verrät, darf in den Diskotheken nur an den zuvor reservierten Tischen getanzt werden. Dort dürfen maximal vier Personen stehen – Maskenpflicht gilt nicht. Allerdings darf zwischen den Tischen auch hin und her gewechselt werden. So kann jeder mal mit jedem tanzen und die Aerosole werden bunt verteilt.

Die Bars und Clubs in Spanien haben geöffnet.

Illegale Studentenpartys bis die nächtliche Ausgangssperre endet

Nach dem Club wird dann meistens bei WG-Partys mit 20 bis 30 Studenten aus ganz Europa weiter gefeiert. „Es kam schon mal vor, dass ein Nachbar die Polizei gerufen hat. Dann darf man einfach die Tür nicht öffnen, muss die Musik leiser stellen und so fährt die Polizei auch wieder weg“, erzählt Zoé. Die Partys dauern meistens, bis morgens um 6 Uhr*, wenn die nächtliche Ausgangssperre endet und alle nach Hause gehen können. Hin und wieder kommt es aber auch vor, dass einige Mutige die Partys noch in der Nacht verlassen und auf dem Heimweg Verstecken mit der Polizei spielen.

Kein Kontakt zur Risikogruppe – Keine Angst vor dem Virus

Zoé hat im letzten Jahr ihr Abitur gemacht – ohne Mottowoche, ohne Abiball. Eigentlich wollte sie sich danach eine Auszeit nehmen und durch Südamerika reisen. Corona hat ihre Pläne durchkreuzt. Die 21-Jährige blieb in Deutschland, ließ sich ein Mal pro Woche testen und hielt sich an die Corona-Regeln*.

Studenten stoßen in einer spanischen Bar ohne Abstand an.

Sie verzichtete größtenteils auf soziale Kontakte, um ihre Familie zu schützen und machte die Tests, um ihre Oma im Altenheim zu besuchen. In Spanien ist das anders: „Ich habe hier keinen Kontakt zu Personen der Risikogruppe. Ich treffe mich nur mit anderen Studenten, die auch alle in Studenten-WGs leben.“ Dass sie sich selbst infizieren und krank werden könnte, davor hat sie keine Angst.

Sonne, Strand und Partys in Spanien statt Lockdown in Deutschland

So wie Zoé geht es vielen jungen Erwachsenen. Bei den Partys oder am Strand hat sie schon häufig andere Studenten aus Deutschland getroffen, die von September bis Januar ein Auslandssemester in Spanien verbrachten. Nun beginnt im April das neue Semester, das sie normalerweise wieder in Deutschland absolvieren würden. Aufgrund der aktuellen strengen Regeln in Deutschland haben sie jedoch keine Lust zurückzukehren. Die Studenten bleiben lieber in Spanien und studieren von dort an ihrer Uni in Deutschland. Das Onlinesemester ohne Präsenzunterricht macht es möglich. *24VEST.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Isaac Buj/dpa/picture alliance (Symbolbild)

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