„Querdenken-231“

Demo gegen Corona-Beschränkungen in Dortmund: 2800 Teilnehmer

  • Kristina Köller
    vonKristina Köller
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In der Innenstadt von Dortmund will die Organisation „Querdenken-231“ Sonntag gegen die staatlichen Einschränkungen zur Corona-Eindämmung demonstrieren. Die Polizei rüstet sich.

  • Die Organisation „Querdenken-231“ demonstriert heute in Dortmund* gegen Corona-Beschränkungen.
  • Die Polizei ist gerüstet - sie will konsequent eingreifen, wenn gegen den Infektionsschutz verstoßen wird.
  • In Berlin hatte die Polizei am ersten August-Wochenende eine vergleichbare Demonstration aufgelöst.

Dortmund - Die Organisation „Querdenken-231“ hat für den heutigen Sonntag eine Demonstration unter dem Motto „Festival für Frieden & Freiheit - Wahrung unserer Grundrechte“ in Dortmund (NRW) auf dem Hansaplatz angemeldet. Die Veranstalter richten sich gegen die staatlichen Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

Dortmund
Fläche280,71 Quadratkilometer
StadtteileZwölf Stadtbezirke mit 62 Stadtteilen
Bevölkerung588.250 (Stand: Dezember 2019)
BürgermeisterUllrich Sierau (SPD)

Update, 9. August, 18.23 Uhr: Redner der Kundgebung in Dortmund warfen der Bundesregierung vor, die Bevölkerung über das Ausmaß der Pandemie anzulügen. Es habe diese in der Form gar nicht gegeben. Die Demonstranten kamen aus vielen Städten in NRW, wie auf Schildern zu lesen war. Auch gegen die von der NRW-Landesregierung verhängte Maskenpflicht im Schulunterricht wurde protestiert. „Masken zerstören Kinderseelen“, stand auf einem Schild.

Der Initiator der „Querdenken“-Bewegung, Michael Ballweg, lud den russischen Staatschef Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump ein, zu einer geplanten Protestkundgebung Ende August nach Berlin zu kommen. Am Samstag hatten sich auch in Stuttgart einige Hundert Menschen zu einer „Querdenken“-Demo gegen die Corona-Einschränkungen versammelt.

Update, 9. August, 17.30 Uhr: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat Demonstrationen der Gegner der staatlichen Corona-Schutzmaßnahmen wie aktuell in Dortmund als legitim bezeichnet. Die Demonstranten müssten sich aber wie alle anderen Bürger an die Corona-Hygieneregeln halten, sagte Laschet. „Mit Abstand und Mundschutz darf jeder demonstrieren und seine Meinung sagen und die Maßnahmen auch kritisieren“, sagte Laschet. „Sonst fällt auch das Land auseinander, wenn man den Eindruck vermittelt, man dürfe seine Meinung nicht sagen.“

Corona-Demo in Dortmund: Fast doppelt so viele Teilnehmer

Update, 9. August, 16.57 Uhr: Mehrfach war der offizielle Beginn der Demo der Corona-Gegner in Dortmund verschoben worden, weil Teilnehmer immer wieder gegen die Abstandsregeln verstoßen hatten. Erst nach mehrfacher Einwirkung auf den Versammlungsleiter durfte die Veranstaltung beginnen. Knapp 2800 Menschen sind nach Polizeiangaben zusammengekommen - fast doppelt so viele wie die erwarteten 1500. Die Kundgebung verlief bislang friedlich. Die meisten Teilnehmer der Demo trugen jedoch keine Mund-Nasen-Schutzmaske.

Update, 9. August, 14.52 Uhr: In wenigen Minuten soll die Demonstration in Dortmund beginnen. Die Polizei begleitet ihren Großeinsatz auch in den sozialen Netzwerken.

Update, 9. August, 11.01 Uhr: Angesichts der bevorstehenden Demonstration „Festivals für Frieden & Freiheit - Wahrung unserer Grundrechte“ gegen die staatlichen Corona-Schutzmaßnahmen rüstet sich die Polizei. Sie appelliert an die Teilnehmer, dringend Hygienekonzepte zu beachten. „Gegen gesundheitsgefährdendes Verhalten werden wir entschlossen und konsequent einschreiten“, so der Einsatzleiter Udo Tönjann. Die Corona-Demo ist von der Organisation „Querdenken-231“ angemeldet worden. Erwartet werden nach Angaben der Polizei rund 1500 Teilnehmer auf dem Hansaplatz in der Innenstadt.

Corona-Demo in Dortmund: Querdenken-231 am Hansaplatz

Update, 7. August: Die Demonstration soll demnach auf dem Hansaplatz in der Innenstadt von Dortmund stattfinden, wie wa.de* berichtet. Erwartet werden in der Innenstadt bis zu 1500 Teilnehmer. Die Polizei rüstet sich für die Demonstration. Es sei noch nicht ganz klar, „was für ein Publikum da zusammenkommt“, sagte eine Sprecherin.

Dortmund: Demonstration von „Querdenken-231" - Schutz vor Corona an erster Stelle

Für den Polizeieinsatz werde der Infektionsschutz gerade in Zeiten der aktuell bundesweit steigenden Corona-Ansteckungszahlen „eine herausragende Rolle spielen“, betonte Einsatzleiter Udo Tönjann. Wenn Hygiene- oder Abstandsregelungen missachtet würden, „werden wir entschlossen und konsequent einschreiten“.

Dortmund: Demonstration von „Querdenken 711“ in Berlin aufgelöst und scharf kritisiert

Am vergangenen Wochenende hatten in Berlin Tausende gegen die Corona-Beschränkungen protestiert. Weil viele Demonstranten weder Abstandsregeln einhielten noch Masken trugen, löste die Polizei die Kundgebung auf. Zu der Demo unter dem Motto „Das Ende der Pandemie - Tag der Freiheit“ hatte die Initiative „Querdenken 711“ aufgerufen.

Die Verstöße der Teilnehmer gegen die Corona-Auflagen waren heftig kritisiert worden. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte von „Verantwortungslosigkeit“ gesprochen.

Ein Mann mit Aluhut nimmt an der Demonstration gegen die Corona-Beschränkungen teil.

„Querdenken"-Demonstration in Dortmund: Polizeipräsident zu Grenzen der Versammlungsfreiheit

Polizeipräsident Gregor Lange betont im Vorfeld zur Demo in Dortmund: „Die Versammlungsfreiheit ist ein elementares Grundrecht, der Schutz von friedlichen und gesetzeskonformen Demonstrationen gehört zur wesentlichen Aufgabe der Polizei. Die Versammlungsfreiheit findet ihre Grenzen jedoch in den allgemeinen Gesetzen, zu denen auch das Infektionsschutzgesetz gehört.“

Die Polizei Dortmund appelliert mit Blick auf Sonntag an die Teilnehmer der Demonstration, Hygienekonzepte dringend zu beachten. „Bundesweit steigen die Infektionszahlen an, gerade heute meldete das Robert-Koch-Institut mehr als 1000 Neuinfektionen in Deutschland", verweist die Polizei auf die Corona-Lage, die sich offenbar wieder zuspitzt.

Das sei auch Grund genug für die Dortmunder Polizei, das Thema „Infektionsschutz“ bei der Betrachtung von Versammlungen in den Vordergrund zu stellen. „Wer Abstände nicht einhält, handelt rücksichtslos und gefährdet andere!“, so die Polizei. - wa.de* ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Christoph Soeder/dpa

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